Konzert in Kamp-Lintfort : Gitarrennacht im Kloster Kamp

Drei Musiker aus Italien waren zu Gast im Rokokosaal. Neben den beiden Römern Edoardo Bignozzi und Francesco Consaga hatte die „Gitarreninitiative Niederrhein“ Alessandro Fedrigo aus Treviso eingeladen.

Besonderer Besuch in Kamp-Lintfort: Zur „Internationalen Gitarrennacht“ waren in diesem Jahr drei Musiker aus Italien zu Gast im Rokokosaal des Kloster Kamp. Neben den beiden Römern Edoardo Bignozzi und Francesco Consaga hatte die „Gitarreninitiative Niederrhein“, die die Veranstaltung organisiert, Alessandro Fedrigo aus Treviso eingeladen, um dem Publikum die musikalische Vielfalt dieses Instrumentes auf eindrucksvolle Weise näher zu bringen.

Eröffnet wurde die „Internationale Gitarrennacht“ allerdings durch das „Trio Vollrausch“, das aus Musikern aus Luxemburg und vom Niederrhein besteht. Die Gitarristin Steph Rausch und der Gitarrist Thomas Geisselbrecht bilden das Trio gemeinsam mit dem Bassisten Jürgen Slojewski. Die drei Musiker boten den Konzertbesuchern eine abwechslungsreiche Mischung aus südamerikanischen Klängen wie Tango, Samba oder Bossa Nova. Dabei standen der brasilianische Bossa Nova „Rio 1960“ von Ahmed El-Salamouny und die berühmte „Milonga“ von Jorge Cardoso ebenso auf dem Programm wie der mitreißende „Danza Paraguaya“ von Augustin Barrios sowie die Komposition „Flor de Lino“ von Hector Stamponi. Die drei Musiker harmonierten bei ihrem Auftritt ausgesprochen gut miteinander und boten neben virtuosen Gitarrenläufen auch sanfte Melodien. Beim anschließenden Auftritt des „Duo Hologramm“ zeigte sich bereits nach wenigen Takten, dass der Gitarrist Edoardo Bignozzi und der Sopran-Saxophonist Francesco Conzaga stark vom Jazz beeinflusst sind. Die beiden Musiker, die neben ihren solistischen Aktivitäten bereits seit etwa 25 Jahren gemeinsam als Duo auftreten, spielten bei ihrem Auftritt im Rokokosaal einige stimmungsvolle Eigenkompositionen von Edoardo Bignozzi. Nach den Kompositionen „Godsend“ und „Barrio Clarín“, einer musikalischen Hommage an ein Armenviertel in Santiago de Cuba, boten die beiden Musiker dem Publikum freie Improvisationen, bei denen sie mit sichtlicher Freude musikalisch aufeinander reagierten.

Als letzter Künstler trat nach einer kurzen Pause Alessandro Fedrigo auf, der auf seiner akustischen Bassgitarre, die tatsächlich wie eine ganz normale Konzertgitarre aussieht, aber wie ein Bass klingt, ebenfalls eigene Kompositionen spielte. Musikstücke wie „De la Terra“, „Obscurio“, „Marziana“ oder „Due Lune“, das dem japanischen Schriftsteller Haruki Murakami gewidmet ist, der in seinem Roman „1Q84“ eine Welt mit zwei Monden beschreibt, entwickelten mit ihren rhythmischen Mustern eine fast hypnotische Wirkung.

Nach einem gemeinsamen Auftritt von Alessandro Fedrigo und dem „Duo Hologramm“ endete die stimmungsvolle „Gitarrennacht“ schließlich mit dem tosenden Beifall des begeisterten Kamp-Lintforter Publikums.

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