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Gesucht in Kamp-Lintfort: Erntehelfer für die Spargel- und Erdbeerfelder

Landwirtschaft in Kamp-Lintfort : Gesucht: Erntehelfer für die Spargelfelder

Die Spargelernte läuft, die Erdbeeren sind bald erntereif. Spargelbauer Norbert Klanten setzt auf Improvisation, Kreativität und Zuversicht. Er hat einen Spargel-Drive-In auf dem Hof an der Rheurdter Straße eröffnet.

Bei Familie Klanten in Wickrath läuft die Spargelernte. Ab Mai kommen die Erdbeeren hinzu. „Uns fehlen die Erntehelfer“, sagt Norbert Klanten, der in Corona-Zeiten mit seinem Spargel-Drive-In auf dem Hof an der Rheurdter Straße Kreativität beweist. „Wir brauchen mehr Helfer. Aber die Rumänen möchten nicht kommen, weil sie Angst vorm Fliegen oder vor einer Ansteckung haben. Die Gerüchte über die sozialen Netzwerke verunsichern. Hinzu kommen die Quarantänebestimmungen. Und die Reise mit Bussen bleibt laut Corona-Verordnung bis zum 3. Mai verboten. Im Mai steht die Erdbeerernte an“, so Klanten, der im ständigen Austausch mit seinen rumänischen Vermittlern ist und manche Absage einstecken muss.

Hilfreiche Zwischenlösungen mit Studenten und Schülern funktionierten. „Aber die sind jetzt auch wieder in der Schule oder an der Uni“, sagt der Landwirt. Bei den Kurzarbeitern ist das Stundenkontingent ausschlaggebend. Zwar hat er auch bewährte wie erfahrene Kräfte für die viele Arbeit auf dem Feld. Doch auch die Familie arbeitet mit, Bekannte und Freunde sind kurzfristig eingesprungen und haben geholfen. Hinzu kamen auch spontane Hilfsangebote. „Es ist einfach schwer, die gute Qualität, die unser Spargel hat, fachgerecht zu stechen. Oft ist für Ungeübte die Arbeit zu schwer oder zu ungewohnt. Wir kommen jetzt an die Grenzen. Die Leute werden weniger. Aber ich bleibe optimistisch. Wir haben den Zuspruch unserer Kunden, die jetzt draußen bei uns einkaufen. Wir arbeiten wirklich viel“, so Klanten. Der Spargelverkauf im Hofladen mit Drive-In und am Stand auf dem Wochenmarkt läuft gut. Die Kilo-Preise liegen um zehn Euro. Das Wechselgeld wird unter Wahrung aller vorgeschriebene Hygiene-Standards am „langen“ Arm herausgegeben. „Wir haben eine qualitativ gute Spargelsaison, und die Kunden kaufen. Problematisch ist für uns der fehlende Absatz in der Gastronomie“, so der Spargelbauer. „Bei uns läuft der Verkauf noch. Es gibt andere, die jetzt mit ihrem Geschäft gar nichts machen können und abwarten müssen. Klagen dürfen wir nicht. “ Was ihm in der aktuellen Situation fehlt, ist aufgrund von Kräftemangel die Planbarkeit.

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„Wir planen maximal eine Woche im Voraus und mit viel Optimismus. Wie es weitergeht, ich habe keine Ahnung“, so Klanten. Der bürokratische Aufwand nimmt wertvolle Zeit. „Das ganze Drum und Dran mit Anmeldung und kurze Zeit später dann die Abmeldung, das ist viel zu viel Aufwand. Mancher merkt schnell, wie schwer die körperliche Arbeit ist“, so Klanten.

Der Landwirt aus Kamp-Lintfort setzt auf Entspannung und gibt die Hoffnung nicht auf, dass rumänische Erntehelfer mit entsprechenden Auflagen doch noch auf den Hof kommen. Schon jetzt weiß er, dass er Felder liegen lassen wird und der Spargel auswächst. Denn er weiß aus langjähriger Erfahrung. „Die Qualität entscheidet beim Spargel und später auch bei den Erdbeeren. Aber ich bleibe guter Dinge, dass wir diese Krise überstehen.“