Kamp-Lintfort: Gesamtschüler setzen sich für Vielfalt ein

Kamp-Lintfort : Gesamtschüler setzen sich für Vielfalt ein

Die Gesamtschule in Kamp-Lintfort ist seit 20 Jahren "Unesco-Projektschule" und damit Teil eines Netzwerks von 200 Schulen in Deutschland. Das Jubiläum thematisieren die Schüler mit einer Ausstellung im Foyer der Stadthalle.

1998 erhielt die Gesamtschule den Titel verliehen, den sie mit Projekten für Respekt, Umwelt und Internationalität immer wieder neu beweisen will. Projekte zeichnen die Unesco-Gesamtschule aus. Ein großes, das zurzeit läuft, ist das Projekt "Kulturelle Vielfalt (er)leben", das Lehrerin Ulrike Freitag europaweit für fünf Schulen organisiert hat. Die Schüler der Kamp-Lintforter Schule setzten sich in ihrer Projekteinheit mit den Stereotypen und Vorurteilen auseinander, denen Flüchtlinge begegnen, vor allem seit der Flüchtlingswelle 2016.

Die Schüler tauschen sich seit Herbst 2016 übers Internet mit Schülern im finnischen Sipoo bei Helsinki und im niederländischen Venray bei Venlo aus, mit Schülern im italienischen Crotone in der Provinz Kalabrien und im türkischen Manavgart bei Antalya, die zum Beispiel die soziokulturellen Hintergründe der Wanderungen untersuchten. Dazu besuchten einige Schüler die anderen Schulen für eine Woche persönlich. "Durch den Kontakt mit den Projektpartnern bauen die Schüler Berührungsängste ab", erzählt die Koordinatorin des Projektes, das über das Erasmus-Programm der Europäischen Union gefördert wird und im Sommer ausläuft. "Sie erweitern ihre Perspektive und setzen sich so mit ihrer eigenen Lebenssituation auseinander." Das Projekt "Kulturelle Vielfalt (er)leben" ist mit anderen Projekten der Schule in einer Ausstellung dokumentiert, die gestern im Foyer der Stadthalle eröffnet wurde und bis heute Nachmittag zu sehen ist. Diese Projekte drehen sich vor allem um Respekt vor den Mitmenschen, Umweltschutz und Internationalität. "Die Gesamtschule hat von Anfang an Projekte durchgeführt", berichtet Schulleiter Jürgen Rasfeld. "Sie wurde 1991 gegründet. 1998 wurde die Schule in den Kreis der Unesco-Projektschulen aufgenommen. Das ist jetzt 20 Jahre her. Erst seit 2001 trägt sie den Namen Unescoschule." Neben dem Projekt "Kulturelle Vielfalt (er)leben" laufen aktuell zwei weitere große Vorhaben an der Schule im Schulzentrum, die von den Lehrern und Unesco-Koordinatoren Petra Breucker und Ralf Heintel begleitet werden. Eines heißt Agenda 2030 und thematisiert die Ressourcen- sowie Energieeffizienz, beispielsweise mit einem Sonnenkocher, bei dem die Sonnenstrahlen in eine offene Halbkugel fallen, in deren Mittelpunkt Wasser gekocht werden kann. Ein anderes großes Vorhaben ist, in der Caféteria nur noch fair gehandelte Waren zu verkaufen. "In einer Probewoche haben die Schüler schon diese Produkte getestet", berichtet der Schulleiter. "Sie haben gemerkt, dass Schokolade, Müsliriegel oder Orangensaft ganz normal schmecken, wenn sie fair gehandelt sind. Nach den Sommerferien stellen wir auf Fair-Trade-Produkte um. Die Unesco-Schule war die erste Fair-Trade-Schule in der Stadt."

(got)