Gereinigte Orgel der Christuskirche Kamp-Lintfort klingt wieder wie neu

Christuskirche Kamp-Lintfort : Gereinigte Orgel klingt wieder wie neu

Das Instrument der Christuskirche wurde überarbeitet. Der Förderverein will sich an den Kosten der Renovierung beteiligen. Auch ein weiteres Projekt hat er bereits im Blick: Es geht um den Schutz der bleiverglasten Fenster.

Voller Pfeifen lag die Orgelbühne Anfang September. Davon ist seit Mitte Oktober allerdings nichts mehr zu sehen, weil die Königin der Instrumente wieder zusammengesetzt ist, nachdem sie renoviert und neu gestimmt worden war. Ihre 31 Register klingen jetzt wieder so wie im Jahr 1984, als die Orgel vom Unternehmen Eule Orgelbau aus Dresden neu erbaut wurde.

„In den Orgelpfeifen, auf den Rasterbrettern und an sonstigen Teilen sammeln sich im Laufe der Zeit Staub und Insekten an“, berichtet Rolf Schumacher, Vorsitzender des Fördervereins der Christuskirche. „Bei jährlichen Wartungsarbeiten wurden die Stellen gereinigt, die gut zugänglich waren. Dazu zählten nicht die Orgelpfeifen. Jetzt war eine grundlegende Reinigung erforderlich, weil Staub in den Orgelpfeifen zu Verstimmungen und Intonationsmängeln führte. Orgelbauer gehen davon aus, alle 25 Jahre eine Orgel zu reinigen. Bei der Orgel in der Christuskirche ist es die erste Reinigung nach 35 Jahren.“

Das Orgelbauunternehmen Seifert aus Kevelaer übernahm diese grundlegende Reinigung des Instrumentes. „Bei der Renovierung wurden auch kleinere Teile ersetzt und repariert“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins. „Dazu zählen zum Beispiel ein Netzteil, Kabel oder die beiden Manuale. Bei vielen Teilen war erst zu sehen, ob sie zu ersetzen sind, als die Orgel zerlegt war.“

Weil mehr Teile zu überarbeiten und zu ersetzten waren, als zunächst angenommen, dauerte die Renovierung drei Wochen länger als geplant, insgesamt zweieinhalb Monate. Die Rechnung wird sich voraussichtlich auf 60.000 Euro belaufen. Der Neubau hatte die evangelische Kirchengemeinde Lintfort 1984 insgesamt 370.000 D-Mark gekostet. Der Förderverein will sich mit einer zweckgebundenen Orgelspende beteiligen.

„Die Orgel wird nicht nur im Gottesdienst genutzt, sondern auch bei Konzerten“, sagt Organistin Dorothee Peldszus-Rentel. Das können christliche Konzerte sein, aber auch weltliche, seitdem das Gotteshaus an der Friedrich-Heinrich-Allee im Jahr 2016 innen renoviert und umgestaltet wurde. Zum Beispiel gab dort Mitte Oktober das Rheinpreußenorchester sein Jahreskonzert. Am Samstag dieser Woche treten die Bands „Blugruv“ und „Buckle Up“ um 20 Uhr bei einem Benefizkonzert auf, das sie unter das Motto „Rock‘n Church“ gestellt haben. Sie spielen Rock, Pop und Folk. „Seit der Renovierung hat sich die Christuskirche auch zu einem Raum für Kultur entwickelt“, freut sich Rolf Schumacher.

Noch ein großer Brocken zur weiteren Renovierung liegt vor der Kirchengemeinde. Um die bleiverglasten Fenster des Gotteshauses zu schützen und die Wärmebilanz zu verbessern, sollen davor Glasscheiben gesetzt werden. „Eine Kostenschätzung liegt noch nicht vor“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins. „Es wäre schön, wenn die Glasscheiben bis 2030 angebracht werden könnten. Dann feiert die Christuskirche ihren 100. Geburtstag.“ Ob der Förderverein dazu einen nennenswerten Betrag aufbringen kann, hängt vom Spendenaufkommen ab.

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