Galerie Schürmann in Kamp-Lintfort zeigt Arbeiten von Ariane Koch

Ausstellung in der Galerie Schürmann : Bach und Chopin inspirieren sie

Die Galerie Schürmann in Kamp-Lintfort zeigt Arbeiten von Ariane Koch – streng linierte Bilder, ungewöhnliche Skulpturen und „Kunstkörper“, die sie aus alten Fahrradschläuchen flicht.

Ordnung und Fantasie, schließen sich die beiden nicht aus? Nein, tun sie nicht. Das beweisen die Arbeiten der in Bielefeld geborenen und in Baden-Württemberg lebenden Künstlerin Ariane Koch, die in der Kamp-Lintforter Galerie Schürmann zu sehen sind. Unter dem Titel „material tubes stripes light“ zeigt sie eine originelle Auswahl aus streng linierten Bildern, fantasievollen Skulpturen und ungewöhnlichen, aus Fahrradschläuchen geflochtenen „Kunstkörpern“.

Die Ausstellung umfasst insgesamt 35 Arbeiten aus drei verschiedenen gestalterischen Schwerpunkten. Schwerpunkt Nummer eins ist in diesem Fall eine Auswahl der erwähnten streng linierten Bilder. Sie bestehen in der Regel aus zahlreichen meist waagerecht oder senkrecht angeordneten, manchmal aber auch sich überkreuzenden Streifen in unterschiedlichen Farbzusammenstellungen. Die Farben, so erklärte die Künstlerin während des Ausstellungsaufbaus am Donnerstag, seien dabei das Ergebnis subjektiver Reiseeindrücke. So hat sie New York zum Beispiel besonders farbig dargestellt, während das Streifenbild von Lanzarote wegen seiner schwarzen Strände und brütenden Sommerhitze lediglich aus den Farben Schwarz und Rot besteht.

Etwa vier bis sechs Wochen braucht sie für solch ein Bild, wobei sie die Streifen nach dem Aufbringen mit einer dicken Epoxidharz-Schicht überzieht, die mehrfach beschliffen und zum Schluss mit einer glänzenden Lackschicht versehen wird. Ein Teil dieser Bilder ist zudem von hinten mit lichtstarken LED-Lampen beleuchtet, deren Farbtemperatur gewechselt werden kann.

Der zweite künstlerische Schwerpunkt zeigt mehrere ungewöhnlicher Skulpturen, darunter eine lebensgroße, schwarze Kinderfigur mit einem überdimensional großen, gesichtslosen Kopf. Oder ein rundes ufoartiges Gebilde von rund 120 Zentimetern Durchmesser namens „Alien Mum“, in dessen Mitte sich eine halbkugelförmige Vertiefung mit kirschgroßen, runden Noppen an den Wänden befindet.

Der dritte künstlerische Ausstellungsschwerpunkt besteht schließlich aus einer Reihe unterschiedlich großer, aus alten Fahrradschläuchen geflochtener Wand- und Bodenskulpturen. Dabei soll eine davon, ein knapp anderthalb Meter großer Vogelflügel, zum Beispiel den Traum vom Fliegen symbolisieren. Eine zweite, an der Decke hängende Skulptur besteht aus einem menschlichen Bein, das sich nach oben korbförmig in zahlreiche einzelne Schläuche verzweigt. Und eine dritte zeigt einen lebensgroßen Frauenkörper mit einer flachen runden Schale als Kopf, in der sich Eier befinden. Andere von Ariane Koch als „Kunstkörper“ bezeichnete Schlauchskulpturen erinnern an einen großen Brummkreisel oder stellen einfach nur assoziationsfreie, bauchige Formen mit verschiedenen runden oder spitzen Ausstülpungen dar.

„Ich beginne meine Arbeiten oft damit, dass ich mich in meinem Atelier hinsetze und Musik höre. Meistens Bach oder Chopin“, beschreibt Ariane Koch ihre künstlerischen Inspirationen. „Manchmal sind es aber auch Fahrradschläuche oder Urlaubserinnerungen.“ Die Ergebnisse sind auf jeden Fall alle sehr sehenswert.

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