Fotos aus dem Rathaus Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort : Das Rathaus im Fokus: Ausstellung im Foyer

Architekturfotograf Karl Banski stellt unter dem Titel „Innenansichten“ im Kamp-Lintforter Rathaus aus.

„Ein typischer 80er Jahre Bau, der alles hat, was eine Verwaltung braucht. Ganz zweckmäßig, aber eben doch besonders“, findet Architekturfotograf Karl Banski. Viele Jahre war der studierte Kommunikationsdesigner als Fotograf in Kamp-Lintfort unterwegs, bevor er nach seiner Elternzeit entschied, sich als Fotograf selbstständig zu machen. Ab heute stellt er im Rathaus seine Fotografien aus. „Rathaus Kamp-Lintfort: Innenansichten“ – so der Titel, der absichtlich genauso einfach und zweckmäßig gehalten ist wie der Ort, um den sich alles dreht.

Das Rathaus in Kamp-Lintfort – die Bürger gehen hier täglich genauso ein und aus wie die 250 Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Und dennoch beachten wir das materielle Innenleben hier wahrscheinlich viel zu wenig. Den Gedanken hatte auch Karl Banski vor zwei Jahren. „Es war der Termin zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Manfred Klessa, den ich fotografisch begleiten sollte. Da ich aber ein wenig zu spät kam, steckte ich für zwei Stunden im Sitzungssaal fest und fing an, ihn plötzlich mit ganz anderen Augen zu betrachten. Mir wurde schlagartig klar, dass hier an diesem Ort seit seiner erstmaligen Benutzung die Zeit einfach stehengeblieben war“, beschreibt Banski seinen Schlüsselmoment.

Das Rathaus hatte ihn also in seinen Bann gezogen. Er fotografierte an mehreren Tagen im gesamten Gebäude. Es sind Architektur-Ausschnitte und Einblicke in das Arbeiten hier, Menschen wird man jedoch auf den Bildern vergeblich suchen. 151 Büros, vier Fraktionsgeschäftszimmer und drei Sitzungsräume verteilt auf sechs Etagen, drei Treppenhäuser, zwei Aufzüge und drei willige kunstbegeisterte Dezernenten ließen dem gebürtigen Polen genug künstlerische Freiheit, zu tun, was er tun wollte, was er am besten kann: Architektur fotografieren. Bürger können die Ausstellung „Rathaus Kamp-Lintfort: Innenansichten“ zu den regulären Öffnungszeiten im Foyer besuchen. Gezeigt werden die 16 Bilder noch bis 19. Oktober.