Förderverein reist von Kamp-Lintfort an den Mittelrhein

Landesgartenschau in Kamp-Lintfort : Laga-Förderverein besucht zukünftige Buga am Mittelrhein

35 Mitglieder waren in Bad Schwalbach, Rüdesheim und an der Loreley, um sich zu informieren, wie andere Gartenschauen organisieren und planen.

  Der obere Mittelrhein scheint Gartenschauen anzuziehen. 2011 blühten die Grünanlagen zur Bundesgartenschau in Koblenz, 2018 blühen sie in Bad Schwalbach bei Rüdesheim. Und 2031 sollen sie zwischen Koblenz und Rüdesheim blühen. Deshalb unternahm der Kamp-Lintforter Förderverein der Landesgartenschau 2020  seinen großen Jahresausflug an den oberen Mittelrhein.

Im Mittelpunkt der Reise stand Bad Schwalbach, das mit den Bädern Wiesbaden, Bad Schlagebad im Taunus und Bad Ems an der Lahn zur nassauischen Bäderstraße gehört. Von der Mitte des 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg 1914 durchlebten diese Bäder eine Blüte, wie 35 Mitglieder des Laga-Fördervereins bei einer Stadtführung durch Wiesbaden erfuhren. Von dieser glanzvollen Zeit zeugen auch die Nerobergbahn, die regenerativ mit Wasserballast angetrieben wird, und die russisch-orthodoxe Kapelle mit ihren vergoldeten Kuppeln, die die Laga-Fördervereinsmitglieder  besichtigten. Bad Schwalbach war von gut 100 Jahren kleiner als Wiesbaden, mit Bädern und Kuranlagen aber ähnlich aufgestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Anzahl der Kuren zurück, weil die reichen Adligen ausblieben, nach dem zweiten Weltkrieg nahm sie wieder zu, als mit dem Wirtschaftswunder auch Normalbürger kuren konnte. Als die Anzahl der Kuren, die heute Rehabilitationen heißen, mit den Gesundheitsreformen um das Jahr 2000 stark zurückgingen, geriet Bad Schwalbach in eine Strukturkrise. Um der Bäderstadt im Taunus Impulse zu geben, beschloss das Land Hessen, in dem dortigen Kurpark 2018 eine Landesgartenschau zu veranstalten. „Es waren schöne Eindrücke“, sagte Bettina Strobel als Mitglied des Laga-Förderverein-Vorstandes, die die Reise mitorganisiert hatte. „Kamp-Lintfort muss sich mit seinen Planungen absolut nicht verstecken.“ Vieles sei gut gelaufen, erfuhren die Besucher vom Niederrhein, einige Dinge aber auch schlecht, vor allem die Beschilderung. Auf Bundes- und Landstraßen seien Hinweisschilder zum Laga-Gelände in Bad Schwalbach zum Teil erst aufgestellt worden, nachdem die Ausstellung schon drei Monate geöffnet gehabt hätte. Das dürfte am oberen Mittelrhein bei der nächsten großen Gartenschau anders sein, die Bundesgartenschau 2031. Die Laga-Fördervereinsmitglieder sahen bereits Fahnen und Plakaten, die zu dieser Gartenschau in 13 Jahren einladen, als sie Rüdesheim besichtigten. Von dort fuhren sie mit dem Schiff nach St. Goarhausen, um dabei die Loreley zu passieren, den sagenumwobenen Felsen. Dieser liegt räumlich mitten im Gelände der Bundesgartenschau 2031, die in eine neue Dimension vorstoßen wird.

Die Mitglieder des Fördervereins zeigten sich positiv überrascht, wie langfristig die Bundesgartenschau 2031 geplant sei und gaben zu erkennen, diese in 13 Jahren besuchen zu wollen.