1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Flanieren in Kamp-Linforts Stadtpark

Landesgartenschau in Kamp-Lintfort : Flanieren in Kamp-Linforts Stadtpark

Der Zechenpark wurde am Montag zum ersten Mal für Besucher geöffnet – ein Spaziergang unter Corona-Bedingungen.

Hannegret Gucek-Rehn und Ehemann Diethelm haben es sich auf einer Holzliegebank gemütlich gemacht. Das Ehepaar genießt die Sonne, den blauen Himmel, den Wind, der wie an der Nordsee bläst, und den Ausblick vom grünen Hügel auf den Zechenpark. „Ich hätte heute eigentlich die erste Führung gehabt“, erzählt Hannegret Gucek-Rehn. Die pensionierte Lehrerin gehört zu den Gästeführern, die den Besuchern von „Kohle, Kloster und Campus“ berichten sollen. Doch der Plan geht vorerst nicht auf: „Man muss sich nun mal den Realitäten stellen“, betont sie. Die Realität heißt in diesen Tagen Coronavirus. „Dann zeige ich eben heute meinem Mann den Park. Wir lassen ihn jetzt erstmal so richtig schön auf uns wirken“, sagt sie lächelnd.

 Die Laga-GmbH hatte den Rundweg als Einbahnstraße angelegt. Alle Besucher gingen in eine Richtung.
Die Laga-GmbH hatte den Rundweg als Einbahnstraße angelegt. Alle Besucher gingen in eine Richtung. Foto: Anja Katzke

Die seit langem geplante Eröffnung der Gartenschau ist wegen der Pandemie erneut verschoben worden, dieses Mal auf den 5. Mai, ein Spaziergang unter Einschränkungen durch den Park ist aber erlaubt (RP berichtete). Diese Möglichkeit nutzt nicht nur Hannegret Gucek-Rehn. „100“, ruft eine der freiwilligen Helferinnen Martin Notthoff am Eingang die aktuelle Besucherzahl zu. Da ist es 11.30 Uhr, der Park hat gerade eine halbe Stunde geöffnet. Etwa 3000 Menschen dürften auf dem 25 Hektar großen Areal unter Corona-Bedingungen spazieren gehen, sagt der Geschäftsführer der Landesgartenschau. „Ich glaube aber nicht, dass es heute so viel werden.“ Platz ist genug vorhanden. Mit Flatterbändern, Gittern und roten auf den Boden gesprühten Pfeilen hat die Laga-GmbH einen etwa einstündigen Rundweg durch Kamp-Lintforts neuen Stadtpark angelegt – eine Einbahnstraße, auf der die Besucher zu ihrem eigenen Schutz nur in eine Richtung flanieren dürfen.

  • ASD-Leiterin Sandra Schulz  hat den politischen
    Im Einsatz für Kinder und Jugendliche : So hilft der ASD Familien in Kamp-Lintfort aus der Krise
  • Schloss Dyck mit seinem Park war
    Strukturwandel in Jüchen : Geteilte Meinung in der Politik zur internationalen Gartenschau
  • Michael Kaswurm (links) und Leonardo Oddone
    Gastronomen aus Kamp-Lintfort : „Wir wollen zeigen, dass es weitergeht“

Über Lautsprecher ertönt die Stimme von Laga-Geschäftsführer Heinrich Sperling. Er ist im gesamten Park zu hören: „Meiden Sie Nähe! Bitte folgen sie dem Rundgang!“ – so lauten die Verhaltensregeln. Gastronomie und Blumenhallen: geschlossen, Ausstellergärten und Gärtnermarkt: abgesperrt, Spielplatz und Tierpark Kalisto: nicht erreichbar. Unter diesen Auflagen ist es der Laga-GmbH in den langwierigen Gesprächen mit dem Düsseldorfer Umwelt- und Gesundheitsministerium gelungen, den Park am Montag, am Mittwoch und Freitag für Besucher öffnen zu dürfen.

 Freiwillige unterstützten die Laga-GmbH und sorgten dafür, dass niemand vom Weg abkam.
Freiwillige unterstützten die Laga-GmbH und sorgten dafür, dass niemand vom Weg abkam. Foto: Anja Katzke

„Es war ein längerer Prozess. Am Ende waren wir froh, die Tore wenigstens ein kleines Stück weit, für einen Parkspaziergang, aufmachen zu können“, sagt Martin Notthoff am Montag. Am Wegesrand gibt es trotz Einschränkungen viel zu sehen: sattgrüne Wiesen, Blumenbeete und -kübel mit Tulpen, Stiefmütterchen und anderen Frühblühern in allen Farben. An den Bäumen schlagen rosa und weiße Knospen aus, auf dem Quartiersplatz plätschert ein Wasserspiel. Und von außen kann man ganz gut in einige der Ausstellergärten hineinsehen. „Ich werde auf jeden Fall wiederkommen“, sagt Anita Jung. Neugier, aber auch die Möglichkeit, sich mal in einer anderen Umgebung zu bewegen, haben die Kamp-Lintforterin am Montag in den Zechenpark gelockt. „Wir waren in den vergangenen Wochen durch Corona ja ganz schön eingeschränkt.“

Damit niemand vom Weg abkommt, haben sich im ganzen Park Helfer und Helferinnen in gelben Sicherheitswesten postiert. Darunter 70 Erzieherinnen aus den städtischen Kindertageseinrichtungen, die wegen des Coronavirus geschlossen sind. Sie hatten der Laga-GmbH spontan ihre Hilfe zugesagt. Währenddessen hofft Hannegret Gucek-Rehn, dass die Landesgartenschau in 14 Tagen so richtig durchstarten kann.

 Schon am Vormittag kamen die Besucher in den Park.
Schon am Vormittag kamen die Besucher in den Park. Foto: Anja Katzke

Die Eröffnung soll am 5. Mai sein. Zurzeit befindet sich die Veranstaltung in Probezeit: „Wenn diese Woche alles gut geht und funktioniert, öffnen wir in der nächsten Woche wieder an drei Tagen“, sagt Geschäftsführer Martin Notthoff.