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Ferienlager in Kamp-Lintfort: Der Turmbau zu Hoerstgen

Ferienprogramm in Kamp-Lintfort : Der Turmbau zu Hoerstgen

Mit 60.000 Holzbausteinen wurden die Kinder beim Osterlager zu Baumeistern.

Das 13. Osterlager der Freien evangelischen Gemeinde (kurz FeG) ist am Sonntag zu Ende gegangen. Von Dienstag bis Sonntag haben 53 Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren gespielt, gebastelt, in der Bibel gelesen und aus flachen Holzklötzen Türme gebaut.

Zu Gast in der Gemeinde war Constanze Fischer, eine Referentin vom Bibellesebund. Sie hat die 60.000 Holzbausteine mitgebracht, aus denen die Kinder ihre eigenen Bauwerke gebaut haben. Nele und Levin zählen sie auf: zwei mit einer Brücke verbundene Türme, ein Fußballstadion, eine Kirche mit Kirchenbänken, Hotels, eine Hundehütte – „wir haben fast alles gebaut“, sagt Nele stolz. Auch einen fünf Meter hohen Turm mit einem Durchmesser von etwa einem Meter. Dafür sind die Kinder auf Leitern geklettert. Höher hätte der Turm auch nicht werden können – die obere Kante hatte die Decke des Gemeindezentrums fast erreicht. Knapp 13.000 Holzklötze waren im Turm verbaut. Beim Abschlussgottesdienst am Sonntag wurde er dann zum Einsturz gebracht.

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Das zweite Großbauprojekt war eine Rekonstruktion des Tempels in Jerusalem, der im Jahr 70 nach Christus zerstört wurde und von dem nur noch eine Mauer – die Klagemauer – übrig ist. Der detailreiche Hoerstgener Nachbau bestand aus etwa 10.000 Holzklötzen, war fünf Meter lang, zwei Meter breit und 1,20 Meter hoch. Er musste, um Platz für die Stühle zu schaffen, schon vor dem Abschlussgottesdienst abgerissen werden. Nele und Levin sind sich einig: Das Einstürzenlassen der Bauwerke war das Beste am Osterlager.

Referentin Fischer hat sich für ihr Programm immer wieder als Journalistin Rita Redeschwall verkleidet, die den wichtigsten Artikel ihres Lebens schreiben muss – denn ihr Chefredakteur kündigt ihr, wenn ihre Geschichtsreportage über den zerstörten Tempel nicht gut wird. Die etwas überdrehte Schnellsprecherin Redeschwall kommt bei den Kindern gut an, und so konnte sie die Teilnehmer ihre Recherche für den Artikel erledigen lassen. Die Kinder haben dafür in kleinen Gruppen Bibelstellen gelesen und herausgesucht, was dort über Jesus und den Tempel steht. Auch die Ostergeschichte spielte dabei – passend zum Osterlager – eine Rolle.

Die Endbotschaft von Fischers Programm aber ist im ersten Korintherbrief zu finden: „Wisst ihr denn nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ Mit dieser Information kann Rita Redeschwall ihren Artikel vervollständigen, und natürlich ist der Text ein durchschlagender Erfolg. Sie bekommt statt der Kündigung eine Beförderung, und die Kinder können ein Exemplar der entstandenen Zeitung mit nach Hause nehmen.

Fischer ist begeistert davon, wie gut die Kinder mitgemacht haben. Sie reist mit dem Holzbauwelt-Auto durch ganz Deutschland und lernt viele Menschen und Gemeinden kennen. „Ich glaube“, sagt sie, „für mich ist die Vielfältigkeit meines Berufs das Tollste.“ Fischer wurde von mehr als 40 Helfern unterstützt, die die Kinder mit betreut, gekocht, geputzt und Äpfel geschält haben.