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Faszination afrikanischer Kunst in der Galerie Schulz Kamp-Lintfort

Ausstellung : Die Faszination afrikanischer Kunst

In der Herbstausstellung der Galerie Schulz sind bis zum 15. Dezember 270 Masken, Tanzaufsätze und Figuren aus Mali, der Elfenbeinküste und der Demokratischen Republik Kongo zu sehen.

„Ich bin dem Sammeln afrikanischer Kunst verfallen“, sagte Reinhard Klimmt, als er die Ausstellung „Die Kunst aus Mali, Elfenbeinküste und Demokratische Republik Kongo“ eröffnete. Der 77 Jahre alte Saarbrücker sammelte schon afrikanische Kunst, als er von 1999 bis 2000 Bundesverkehrsminister im ersten Kabinett von Kanzler Gerhard Schröder war. „Irgendwann war es um mich, den armen Mann, geschehen“, schmunzelte der Sammler in der Galerie Bernd Schulz. Vor seiner Zeit als Bundesverkehrsminister war er von 1998 bis 1999 Ministerpräsident des Saarlandes.

Die Herbstausstellung der Galerie umfasst 270 Objekte. Zum Beispiel trägt ein hölzerner Tanzaufsatz des Stammes Bambara aus Mali, der bei Ritualen auf den Kopf gesetzt wurde, über dem stilisierten Kopf Hörner, die an eine Gazelle erinnern. Eine hölzerne Figur des Stammes Agnie aus der Elfenbeinküste zeigt eine Mutter mit übergroßem Kopf, die in ihren Armen ihr Kind hält. Oder bei einer Gesichtsmaske des Stammes Tchokwe oder des Stammes Luckazi aus der Demokratischen Republik Kongo sind Augen, Nase und Mund stilisiert, um dadurch besonders hervorzutreten.

„Die Kunst der Expressionisten ist ohne die afrikanische Kunst nicht denkbar“, blickte Reinhard Klimmt auf den reduzierten afrikanischen Stil, der Proportionen verschiebt, um wichtige Dinge hervorzuheben. Er habe europäische Künstler beeinflusst, zum Beispiel Pablo Picasso. Der Sammler berichtete vor 60 Gästen bei der Eröffnung: „Jedes Objekt entfaltet seinen eigenen Reiz. Es ist am attraktivsten, wenn es von den Sachen um sich herum befreit ist. Dann wird es gewürdigt.“ Da dazu nicht der Raum reiche, wenn Sammler viele Objekte hätten, habe er auf seinem Esstisch einen festen Platz eingerichtet, auf dem eine Figur oder eine Maske gewürdigt würde. Diese tausche er nach einigen Wochen gegen eine andere aus. „Ich wechsle sie, wenn ich mich dran satt gesehen habe“, erzählte er den Gästen, darunter auch Beigeordneter Christoph Müllmann, der Grußworte der Stadt überbrachte.

Er lässt fast keine Ausstellungseröffnung in der Galerie und dem Kunsthandel Bernd Schulz aus. Er besucht die Frühlings- und die Herbstausstellung sowie die Sonderausstellungen, zu der die Galerie an der Oststraße zu besonderen Anlässen einlädt. Ist sie doch die größte Galerie für afrikanische Kunst in Europa, noch größer als die Galerien für afrikanische Kunst in Brüssel und Paris, den Hochburgen afrikanischer Kunst in Europa.