Kamp-Lintfort: Fastenbrechen - gelebte Freundschaft

Kamp-Lintfort : Fastenbrechen - gelebte Freundschaft

Um 21.38 Uhr, als die Sonne untergegangen war, brachen am Montag im Ratssaal 40 Muslime und Christen das Fasten im Ramadan. Nach dem Verspeisen von Datteln versammelten sich die Männer im Besprechungsraum neben dem Ratssaal zu einem Gebet unter Leitung von Mustafa Klanco, dem Imam der Bosnisch-Islamischen Gemeinde an der Haarbeckstraße.

"Unsere Religionen sind verschieden", sagte er später. "Erst durch die Verschiedenartigkeit entsteht ein Bild, wie ein Garten mit vielen bunten Blumen." Er gehörte 1997 zu den Gründern des Theologenkreises, in dem Pfarrer der evangelischen, katholischen, freikirchlichen, muslimischen und bosnisch-islamischen Gemeinden sich regelmäßig treffen.

In dieser Gruppe entstand die Idee, ein "Iftar" ins Leben zu rufen, wie das Fastenessen auf Arabisch heißt. 1997 fand es erstmals statt. Meistens organisiert eine Gemeinde das Iftar und lädt dazu ein, zum Beispiel vor einem Jahr die islamische Gemeinde Malazgirt an der Franzstraße. Diesmal war es keine Gemeinde, sondern die Stadt mit Bürgermeister Christoph Landscheidt, wie bereits einmal 2008, damals auf dem Kamper Berg. "Das Fastenbrechen ist ein Zeichen für gelebte Gastfreundschaft", unterstrich er am Montagabend. "Es hilft, das friedliche Miteinander zu fördern. Die verschiedenen religiösen Gruppen empfinden sich gegenseitig als Bereicherung." Er wünschte sich, die Vertreter der religiösen Gruppen sollten sich in den Parteien und Fraktionen einbringen. Dies sei besser, als über einen Integrationsrat parallele Strukturen zu den Ausschüssen und zum Rat aufzubauen.

Die Vertreter der religiösen Gruppen, beispielsweise vom Verein Mosaik oder von der Ditib-Gemeinde an der Kattenstraße, betonten ebenso das friedliche religiöse Miteinander, nachdem sie pürierte Linsensuppe sowie Rindfleisch mit Reis und Salat gegessen hatten, die "halal" - also "rein" - zubereitet waren. Den anderen kennen zu lernen, helfe auf beiden Seiten, Vorurteile ab- und Freundschaften aufzubauen.

(got)
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