Kamp-Lintfort: Familienhelfer der Diakonie geht in Ruhestand

Kamp-Lintfort: Familienhelfer der Diakonie geht in Ruhestand

Rucksack und VW-Bus sind auch für seine letzten Arbeitstage unverzichtbares Material. Mit ihnen ist Ulrich Wolf in Kamp-Lintfort unterwegs. In seinem beruflichen Alltag besucht er Familien, die mit schwierigen Lebensumständen kämpfen. Wenn Eltern und Kinder ihre Probleme nicht mehr alleine bewältigen können, ist es seine Aufgabe, zusammen mit ihnen Lösungswege zu suchen und umzusetzen. "Ambulante Erzieherische Hilfen" heißt das, was der Mitarbeiter der Kamp-Lintforter Dienststelle der Grafschafter Diakonie tut. "Ich sage lieber: Ich arbeite als Familienhelfer", sagt Wolf. "Das versteht jeder." In Kamp-Lintfort ist der 62-Jährige wohlbekannt. Ende März verabschiedet sich der gelernte Erzieher in den Ruhestand.

Die Belastungen, die den Familien zusetzen, sind vielfältig. "Meistens gibt es eine ganze Reihe von Baustellen", sagt Wolf. Am Anfang steht für Ulrich Wolf die Fahrt zum Stadtteilteam Altes Rathaus, bei dem Fachleute des Jugendamtes und der Wohlfahrtsverbände an einem Tisch sitzen. Manchmal länger als ein Jahr begleiten Wolf und seine fünf Kollegen aus der Kamp-Lintforter Diakoniedienststelle die Familien. Gemeinsam mit dem Jugendamt erstellen die Pädagogen und die Familien einen sogenannten Hilfeplan. 16 Jahre ist Wolf inzwischen schon mit VW-Bus und Rucksack in der Stadt unterwegs. Begonnen hat er sein Arbeitsleben im Jahr 1972. Nach dem damals obligatorischen Vorbereitungsjahr in einer "Frauenberuflichen Fachschule" startete er seine Ausbildung zum Erzieher. 25 Jahre arbeitete er in einer Ganztagskindertagesstätte. Dieses Vierteljahrhundert hat ihn geprägt. "Ich bin mit Leib und Seele Horterzieher", sagt er.

(RP)