Fahrwerksysteme für Offroader kommen aus Kamp-Lintfort

Wirtschaft : Sie entwickelt Fahrwerke für Offroader

Seit 2015 ist Jennifer Maas geschäftsführende Gesellschafterin im gleichnamigen Familienunternehmen. Die Maas-Group entwickelt und fertigt Fahrwerksysteme für Geländewagen. Die 32-Jährige fährt selbst Rennen.

Jennifer Maas kennt sich mit den richtig „großen“ Autos, den Offroadern, bestens aus. Und vor allem weiß die junge Unternehmerin genau, wie man sie geländegängig höher legt. Seit 2015 ist die heute 32-Jährige geschäftsführende Gesellschafterin der Maas Group in Kamp-Lintfort. Das Aushängeschild des Unternehmens ist der „Trail Master“. Jennifer Maas entwickelt und fertigt mit ihren Mitarbeitern Fahrwerksysteme für Jeeps und Geländewagen aller Art. „Wir sind in Europa der größte Hersteller für diese Systeme, und wir haben mit Sicherheit das größte Lager“, betont Jennifer Maas, die nach ihrem BWL-Studium das Ruder im Familienunternehmen übernahm. Gegründet hatte es ihr Vater 1976.

Jennifer Maas ist in der Firma im Gewerbepark Dieprahm groß geworden. Für sie stand es schon als Kind fest, dass sie einmal in das Unternehmen ihrer Eltern einsteigen würde. „Ich habe immer im Lager geholfen und mich für Autos interessiert. Alles, was einen Motor hat, begeistert mich“, erzählt die Kamp-Lintforterin. „Ich hätte mir auch vorstellen können, Maschinenbau zu studieren“, sagt die junge Unternehmerin, die selbst Rennen fährt. Früher Motocross, heute Stockcar. „Das sind die Streitwagen, Autoscooter für Große“, erzählt sie lächelnd. Vor einiger Zeit ist sie in die Nascar-Serie eingestiegen, sozusagen die amerikanischen Formel-1. Zwei Autorennen mit 450 PS unterm Sitz hat sie schon bestritten. Im September geht’s zum Hockenheimring. „Das ist mein Ausgleich, denn die Verantwortung, die ich im Unternehmen trage, ist etwas Großes“, erklärt die 32-Jährige. Insgesamt 15 Mitarbeiter beschäftigt die Maas-Group, die an der Robert-Bosch-Straße ihren Sitz hat, im Einkauf, Vertrieb und in der Technik. Maas hat sich ein junges Team zusammengestellt, Frauen sind in der Mehrzahl. Eine gute Stimmung ist ihr wichtig. „Sie sorgt für ein gutes und effektives Arbeitsklima“, sagt sie. Mit der Entwicklung des Unternehmens ist sie sehr zufrieden: „Wir bedienen eine Nische, und obwohl wir keine Werbung machen, wachsen wir.“ Ihr Vater habe in den Anfangsjahren Fahrwerke aus den USA importiert, sagt Jennifer Maas. „Wir haben aber schnell festgestellt, dass die Europäer höhere Ansprüche an die Qualität stellen.“ Und so entwickelte die Maas-Group eigene Fahrwerksysteme für alle gängigen Geländewagen in Europa. Die Kundschaft ist breit gefächert. Förster und Jäger bevorzugen den höher gelegten Offroader, um den Unebenheiten im Gelände trotzen zu können. Afrika-Reisende lassen sich den Wagen zum höher gelegten Tourenfahrzeug aufbauen. „Es gibt aber auch die Leute, die sich damit einen Traum aus Kindertagen erfüllen, als sie mit diesen tollen Autos gespielt haben“, sagt die 32-Jährige. Die Fahrwerk-Prototypen für die echten Geländefahrzeuge entstehen an der Robert-Bosch-Straße. „Die Einzelteile, ob Stoßdämpfer, Schraubenfedern und Schrauben, lassen wir auswärts herstellen. Allerdings weiß niemand, wofür er produziert“, sagt die Unternehmerin. Der Trail Master ist eben Maas-Konfektion. Die Markenfarbe ist Orange. Im Lager werden aktuell mindestens 15.000 einzelne Artikel für diverse Automarken aufbewahrt – eine logistische Herausforderung. Deshalb möchte Maas gerne eine weitere Halle anbauen. Das ist eines der Ziele, die sich die Unternehmerin gesetzt hat. Auch in der Ausbildung junger Menschen will sie sich engagieren. Die Maas-Group bildet zur Fachkraft Lagerlogistik und zum Groß- und Außenhandelskaufmann aus. „Unsere erste Auszubildende hat ihre Prüfung zur Kauffrau mit 1,0 abgeschlossen“, betont sie stolz.