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Europaschüler trainieren in Kamp-Lintfort mit Fußballprofis

Sport und Bewegung für Schüler in Kamp-Lintfort : Europaschüler trainieren mit Fußballprofis

Die Schule an der Sudermannstraße hat sich mit einem Präventionsprojekt erfolgreich bei der Landesinitiative „Fit für die Schule“ beworben. Als Belohnung gab es eine finanzielle Förderung und ein Fußballtraining.

Balltraining, Torwandschießen, ein Training mit zwei ehemaligen Bundesliga-Profis: Für 50 Europaschüler startete der Unterricht am Dienstag beim Kicken sportlich mal ganz anders. Michael Klinkert, der in den 1980er Jahren beim FC Schalke 04 und später bei der Borussia Mönchengladbach spielte, und Marcel Witeczek, der bei Bayern München seine größten Erfolge feierte, hatten für die Mädchen und Jungen viele Tipps parat. Die Begegnung mit den beiden Fußballern war Belohnung für die Europaschule, die sich mit dem Projekt „Sei du selbst und steh zu dir!“ bei der Initiative „Fit für die Schule“ des Landesschulministeriums und der AOK Rheinland/Hamburg um eine finanzielle Förderung beworben hatte. Das von Lehrer Christian Kullmann vorgelegte Präventionskonzept überzeugte.

Die Europaschule erhielt für die Umsetzung 4800 Euro. Mit der Finanzspritze soll das Projekt „Sei Du selbst und steh zu dir’“ fest im Schulalltag verankert werden. „Es geht darum, das Selbstvertrauen, das Körpergefühl und den Selbstschutz der Schüler zu stärken“, berichtet Sportlehrer Kullmann. Das Angebot, das seit diesem Schuljahr läuft, basiert auf der chinesischen Sportart „Wing Tsun“. „Es handelt sich um keine reine Kampfsportart wie Karate“, betont Christian Kullmann. „Uns geht es vielmehr darum, dass die Schüler mehr Selbstvertrauen gewinnen und lernen, wie sie konfliktfrei und ohne Gewalt aus ernsten Situationen herausgehen.“ Besonders geeignet sei die Sportart für ängstliche Schüler. „Das Projekt ermöglicht ihnen, an sich selbst zu wachsen.“ Wing Tsun hat Kullmann über Werkstattleiter Roland Neumeier kennengelernt. Er gehört zu einer Reihe von Ehrenamtlern, die nachmittags Arbeitsgemeinschaften an der Schule anbieten. „Hauptberuflich führt er Sportschulen“, berichtet Christian Kullmann. „Ich habe ihn angesprochen, ob er uns unterstützen würde.“ Ziel der von der AOK Rheinland/Hamburg und dem NRW-Schulministerium gegründeten Initiative „Fit für die Schule“ ist es, Kinder und Jugendliche zu motivieren, sich regelmäßig zu bewegen, so dass Bewegung und Sport für sie zu alltäglichen Begleitern werden. Durch die Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen soll neben dem obligatorischen Sportunterricht ein breites Bewegungsangebot entstehen, um die Gesundheitschancen der Kinder zu verbessern. „Bewegung bleibt heutzutage oftmals auf der Strecke“, sagt Silvia Paßens, Fachberaterin für Prävention bei der AOK Kreis Kleve / Kreis Wesel.

Die Europaschule hat sich bereits zum dritten Mal erfolgreich mit einem Projekt an der landesweiten Initiative beteiligt. Die Finanzmittel werden unter anderem in die Fortbildung der Lehrer investiert, die das Präventionsprojekt fortführen sollen.