Europäische Begegnungsstätte besteht seit 40 Jahren in Kamp-Lintfort

Geschichte in Kamp-Lintfort : Vier Jahrzehnte für die Zisterzienser-Abtei

Die Europäische Begegnungsstätte Kloster Kamp wurde Anfang 1979 gebaut. Sie sieht sich als Stimme der Zisterzienserabtei Kamp. Vorsitzender bleibt E. Ewald Schwarz. Stellvertreter ist Herbert Jung.

Zum 40. Geburtstag schaut die Vereinigung Europäische Begegnungsstätte am Kloster Kamp nach vorne. Gleich vier Beisitzer sind seit dem Wochenende neu im Vorstand: Renate Brings-Otremba und Ludger Bellinghoff Freiherr von Eerde, Peter Gottschlich und Georg Lorrek. Damit ist der Vorstand wieder komplettiert. Sie wurden bei der jährlichen Mitgliederversammlung am Sonntag einstimmig im Rokokosaal des Klosters Kamp gewählt. Ursula Becker-Jeske und Gisela Ingenpaß sind weiterhin Beisitzerinnen.

Vorsitzender bleibt E. Ewald Schwarz. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Herbert Jung gewählt, der bislang Beisitzer gewesen war. Er löste Gerhard Schöpkens ab, der auch die Schriftführung innegehabt hatte. 14 Jahre lang hatte er dem Vorstand angehört, um immer wieder Schriften der Europäischen Begegnungsstätte zusammenzustellen, unter anderem eine 32-seitige Dokumentation zum runden Geburtstag. Dafür erhielt er besonderen Dank vom Vorsitzenden. „Die einstige Zisterzienserabtei Kamp hat eine Stimme: die Europäische Begegnungsstätte am Kloster Kamp“, sagte der scheidende stellvertretende Vorsitzende zum Abschied. Die Schriftführung übernimmt jetzt Christa Büren, die dem Vorstand als Beisitzerin angehört hatte.

Einen besonderen Dank erhielt Monika Pankoke-Schenk. Sie ist die einzige der 15 Gründer, die am 12. Februar 1979 im Kamper Pfarrheim die „Vereinigung Europäische Begegnungsstätte am Kloster Kamp“ ins Leben und riefen, und heute noch lebt. Wie fünf weitere Gründungsmitglieder wohnte und wohnt sie in Moers.

Die Grafenstadt ist neben Rheinberg die Stadt, aus der seit 40 Jahren die meisten Vorstands- und Vereinsmitglieder stammen. Hans Hüneborn, der 1979 Pfarrer im Rheinberger Ortsteil Borth war, war Initiator und viele Jahre stellvertretender Vorsitzender gewesen, nachdem das Gedenken an die Zisterzienser Abtei Kamp erwachte, als in den 1970er Jahren zahlreiche Neubauten auf dem einstigen Klostergelände entstanden.

Die Vereinigung übernahm in Erbpacht von der Pfarrgemeinde Liebfrauen Kamp das Agathastift am Abteiplatz. Sie renovierte diese Ruine und eröffnete dort 1987 das Ordensmuseum, das die Geschichte des Zisterzienserordens und des Klosters Kamp erzählt. 2006 gab sie dieses Museum, das heute als Schatzkammer auf dem Kamper Berg bezeichnet wird, an das Geistliche und Kulturelle Zentrum Kloster Kamp weiter. Damit verlor die Vereinigung vor 13 Jahren eine ihrer wesentlichen Aufgaben. Dafür baute sie neue Standbeine auf. Sie erweiterte ihr unter anderem Vortrags- und ihr Reiseprogramm. Die Themen der Vorträge reichen von Geschichte und Politik bis hin zu Kunst und interreligiösem Dialog. Die Tages- und Halbtagestouren gehen oft zu Zisterzienserklöstern, die von Kamp gegründet wurden oder in enger Verbindung zum heiligen Berg standen.

Auch ihren Bestand an Büchern über den Zisterzienserorden baute die Vereinigung aus, die 130 Mitglieder hat. Heute besitzt sie 900, die bis Ende 2020 in den Bestand der Kamp-Lintforter Mediathek eingegeben werden, um deutschlandweit ausgeliehen werden zu können.

Von der Ausleihe ausgenommen sind allerdings wertvolle Nachdrucke, zum Beispiel von der Kamper Bibel, die im Original etwa zwischen 1303 und 1320 gemalt und geschrieben wurde. Als Faksimile liegt sie heute in der Heimatstube der Mediathek.