1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Erlaubt in Kamp-Lintfort: Schwitzen mit Abstand

Freizeit in Kamp-Lintfort : Erlaubt: Schwitzen mit Abstand

Nach dreimonatiger Zwangspause hat die Sauna Kamperbrück in Kamp-Lintfort seit Mitte Juni wieder geöffnet. An Corona-bedingte Einschränkungen und den Mund-Nasen-Schutz halten sich die Saunagäste vorbildlich.

An die Schließung des Saunaparks Kamperbrück im März kann sich Khadija Demandt, Geschäftsführerin der Familienanlage, noch gut erinnern. „Ein Schock und völlig ungewohnt für unsere Gäste und uns. So etwas hat es noch nicht gegeben“, sagt sie. Über E-Mails stand ihr Team mit den Kunden in Kontakt. „Wir haben Stammgäste, die uns seit 40 Jahren die Treue halten.“ Nach bangen und unsicheren Wochen zog Mitte Juni dann die frohe Lockerungsbotschaft Kreise: der Saunapark Kamperbrück konnte den Betrieb unter Einhaltung von Corona-Auflagen und mit einem Hygienekonzept wieder hochfahren. Die Nutzung geschieht wie gewohnt, eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.

Beim Betreten des Eingangsbereichs besteht Maskenpflicht. Sie entfällt im Sauna- und Gastrobereich und dem Liegebereich draußen. Desinfektionsmöglichkeiten stehen überall parat. Die Resonanz war entsprechend. „Unsere Gäste haben sich mit uns riesig gefreut“, sagt Khadija Demandt. Wo sonst rund 300 Menschen schwitzten, ihr Immunsystem durch Wechselduschen stärkten, ist aktuell für gut 120 Menschen Urlaubsfeeling möglich. Geräumig ist die Außenanlage mit mehr als 15.000 Quadratmetern. „Die Liegen sind soweit auseinander gestellt, dass der Abstand sicher gewahrt wird. Wir haben genügend Freifläche“, erklärt die Geschäftsführerin.

Da nach vorliegenden Forschungsergebnissen das Corvid-19-Virus offenbar hohe Luftfeuchtigkeit mag, sind die Maßnahmen entsprechend. „Wir heizen die Trockensaunakabinen corona-bedingt auf mindestens 80 Grad hoch. Die Dampfsauna ist jedoch geschlossen“, sagt sie zu den Regelungen im Saunabetrieb, die von Besuchern verantwortungsbewusst und anstandslos angenommen werden.

Ihre Zahl ist in der Sauna reglementiert. Dichtes Zusammensitzen auf den Saunabänken gibt es nicht. „Wir haben ein Ampelsystem, woran der Gast erkennen kann, wie viele Menschen gerade die Sauna nutzen. Auch kann man in die überglasten Saunen hineinschauen“, so Demandt, die auf ein zusätzliches, einfaches wie aussagekräftiges Kriterium zu Corona-Zeiten hinweist: die parkenden Badeschlappen vor der jeweiligen Sauna zeigen die Zahl der Nutzer an. „Das System funktioniert gut“, so ihre Erfahrung.

Die Zeit bis zur Wiedereröffnung hat das Team zu Sanierungsmaßnahmen genutzt und alles auf Vordermann gebracht. Bis es allerdings den Normalbetrieb wieder geben wird, braucht es seine Zeit, ist Khadija Demandt überzeugt. „Viele Gäste bleiben ängstlich und warten ab, vor allem diejenigen, die eine Vorerkrankung haben.“ Dennoch ist sie zuversichtlich, dass alle Abteilungen des Saunaparks, wie Kosmetik, Mani- und Pediküre, Massagen und das Heilpraktikerangebot zur gewohnten hohen Frequentierung zurückkehren werden.

Auch soll es nach der Corona-Krise wieder die Saunaevents geben. „Ein Tag bei uns in Kamperbrück mit allen Anwendungen und Angeboten ist wie ein Urlaubstag“, so Demandt. Saunieren mit begleitenden Wechselbädern stärke das Immunsystem. „Der Körper wird im Sommer wie im Winter gleichmäßig gestärkt. Wer im Sommer sauniert, kann auch die Hitze besser ertragen.“