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Ein Elternverein hat die Kita in Kamp-Lintfort gegründet

Serie Kitas in Kamp-Lintfort : Im Spatzennest helfen auch die Eltern mit

Ein Elternverein gründete vor 31 Jahren die Kindertagesstätte. Sie residiert am Abteiplatz auf dem Kamper Berg.

„Spatzennest“, so steht es in großen, bunten Buchstaben am Zaun eines Spielplatzes am Abteiplatz 25. Dahinter befinden sich ein Sandkasten mit einem großen Rutschturm, ein Holzzelt, eine Vogelnestschaukel und zwei schöne große Apfelbäume. „Hier ist ein Kindergarten zuhause“, denkt man im ersten Moment, und das stimmt. Doch den entdeckt man erst auf den zweiten Blick, denn er befindet sich nicht wie die meisten Kindergärten zu ebener Erde, sondern im zweiten Stock des neben dem Spielplatz stehenden Gebäudes. Die Erklärung dafür ist einfach: Der Träger der Kita „Spatzennest“ ist ein Elternverein. Als er sich vor 31 Jahren gründete, hatte man für die zu diesem Zeitpunkt noch recht kleine Kindergruppe zunächst eine Wohnung in der Innenstadt angemietet.

15 Jahre später war die Gruppe jedoch zahlenmäßig so stark angewachsen, dass man sich nach einer größeren, vor allem aber noch einigermaßen bezahlbaren Bleibe umsehen musste. Die fand man schließlich im zweiten Stock der „Alten Scheune“, einem zur Kamper Gaststätte „Haus Bieger gehörigen Gebäude, in dem sich die Kita noch heute befindet. 22 Kinder von zwei Jahren bis zum Vorschulalter werden dort zurzeit von zwei Vollzeit- und zwei Teilzeiterzieherinnen, sowie einer Auszubildenden betreut. Dafür zahlen die Eltern monatlich 38 Euro plus 50 Euro Essensgeld für Frühstück und Mittagessen.

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Die meisten Eltern bringen sich nach Aussage der seit April diesen Jahres neuen Kita-Leiterin Jennifer Drygala „jedoch auch noch tätig ein“. Zum Beispiel, indem sie alljährlich ein Kita-Fest ausrichten oder mit den Kindern singen, lesen und – wie gerade zurzeit – Laternen basteln. „Unser Schwerpunkt ist die Gemeinsamkeit. Das gilt auch für den Umgang mit den Kindern. Wir geben nicht nur Anregungen, sondern machen mit“, erklärt Jennifer Drygala. Dabei gilt jedoch stets das Prinzip: „Lass es mich selber machen! Aber wenn ich das nicht kann, hilf mir bitte!“

Darüber hinaus gibt es für alle ein paar tägliche Rituale. So versammelt man sich morgens stets erst einmal zu einem gemeinsamen Stuhlkreis, bei dem die an dem jeweiligen Tag geplanten Aktivitäten mit einander besprochen werden. Danach sind die Kinder dann, wenn keine besonderen Aktionen anstehen, in der Gestaltung ihre Spielaktivitäten weitgehend frei. Dafür stehen ihnen unter anderem ein mit Puppenküche und Kuschelecke ausgestatteter Raum sowie ein Zimmer mit Bauklötzen und anderen kreativen Spielmaterialien zur Verfügung.

Des Weiteren dürfen sich die Kinder für ihre Geburtstage immer ein besonderes Gestaltungsthema wünschen. Beim Thema „Piraten“, wird dann oft eine spannende Schatzsuche veranstaltet, oder wie in diesem Sommer zum Thema „Feuerwehr“ ein flammend bemaltes Papphaus mit kleinen Wasserbomben gelöscht. „Leider haben wir keine Turnhalle“, bedauert die Leiterin. „Aber dafür gehen wir viel raus. Dabei kommt uns zugute, dass wir das gesamte Außengelände des Klosters nutzen dürfen. Auch im Winter.“

Wenn die Kita „Spatzennest“ auch keine spezielle christliche Orientierung hat, so besucht man dort dennoch mit den Kindern Gottesdienste, feiert St. Martin und beteiligt sich aktiv an der Gestaltung des alljährlichen Kamper Pfarrfestes. Die Plätze für das Kamper „Spatzennest“ werden wie alle örtlichen Kita-Plätze über eine städtische Verteilungsstelle vergeben, wobei die Eltern jedoch eine Wunschliste mitteilen können. Auch hier haben Geschwisterkinder Vorzugsberechtigung.

Weitere Informationen zur Kamper Elterninitiativ-Kita „Spatzennest“ gibt es im Internet unter www.spatzennest-kali.de oder direkt per Mail unter kontakt@spatzennest-kali.de.