Kamp-Lintfort: Dreigestirn nimmt Wagen in Empfang

Kamp-Lintfort: Dreigestirn nimmt Wagen in Empfang

Ein Team des Karnevalskomitees Kolpingrund um Hans Hoffmann hat das zwölf Meter lange Gefährt gebaut und mit besonders großen Kamelle-Schütten ausgestattet.

Ein Sturm soll am 12. Februar nicht über Kamp-Lintfort ziehen, anders als vor zwei Jahren. Da jagten zu Rosenmontag Windböen durch die Hochschulstadt, um Feuerwehr, Stadt und Festausschuss den Umzug abzusagen zu lassen, der vier Wochen später nachgeholt wurde. "Zu Rosenmontag strahlt diesmal die Sonne", versichert Prinz Andrea I. mit Blick auf die Wetterkapriolen vor zwei Jahren, die es zum Höhepunkt der Session nicht geben soll. "Der Wintersturm Friederike ist ja schon durchgezogen."

Beim Rosenmontagszug soll es trotzdem stürmisch zugehen - in eineinhalb Wochen aber nur bei der Stimmung. Dafür wollen Prinz Andrea I., Bauer Sabine I. und Jungfrau Kathrin I. sorgen, die sich als Motto ausgesucht haben: "Uns hat der Himmel geschickt". Die drei Regenten schließen mit ihrem Dreigestirnwagen, den sie am Mittwochabend in der Halle des Hausmeisterservices Bonse an der Kruppstraße vorstellten, den närrischen Lindwurm ab.

Sie ließen in dem neuen Wagen besonders große Schütten einbauen, damit sie die Kamelle über die närrischen Zugbesucher regnen lassen können. Diese Kamelle sind zum Beispiel kleine Prinzenrollen, weil Engel vom Himmel aus nur Gutes mitbringen können.

Zwölf Meter ist dieser Wagen lang und basiert auf dem Chassis des einstigen Kolping-Elferrats-Wagens. Stefan van Els und sein Team bauten diesen nach einem Plan, den Hans Hoffmann als Mitglied des Karnevalskomitees Kolping im Oktober gezeichnet hatte, abgestimmt mit dem Dreigestirn. "Wir sind eine Whatsapp-Gruppe", erzählt der 45-jährige Wagenbauleiter, der im normalen Leben das Lager des Verpackungsmaterialhändlers Logbox an der Kruppstraße leitet. "Ich habe die Mitglieder angeschrieben, welche Arbeiten anliegen. Die, die konnten, haben sich nach Feierabend beim Hausmeisterservice Bonse getroffen. Insgesamt haben wir 500 Stunden gebaut. Vor zwei Wochen waren wir fertig."

Bei dieser Zeit hat er die Stunden für den neugestalteten Wagen der Kolpingkids mitgezählt, der auch von Hans Hoffmann entworfen wurde. Er ist mit einer Figur verziert, die an den fahrenden Roboter "R2D2" aus der Kinoserie "Star Wars" erinnert. Der Wagen ist silbergrau gehalten, während der Dreigestirnwagen blau ist, um das Motto "Uns hat der Himmel geschickt" aufzunehmen, das beidseitig darauf zu lesen ist. Weiße Wölkchen und auf jeder Seite ein Engel mit Harfe runden das himmlische Bild ab.

So können oben auf dem Wagen nur die drei schwarz-goldenen Engel des Dreigestirns stehen, begleitet von ihren Adjutantinnen Petra Bonse und Evelyn Ressel, um die Kolpingelferräte um Präsident Hans-Peter Peißer diesmal in eine Fußgruppe zu verwandeln.

An Rosenmontag lassen sie ihren Wagen morgens zur Kreuzung der Franz- und der Ebertstraße ziehen. Um 13.11 Uhr setzt sich der Karnevalszug in Bewegung, dessen Einheiten zwischen dieser Kreuzung am Alten Markt und dem Stadion am Volkspark stehen. Dabei rollen die letzten Einheiten zuerst los, um mit Helau die anderen Einheiten zu passieren, zuletzt den Dreigestirnwagen. "Diesmal sind es 15 Wagen, 14 Fußgruppen und vier Kapellen", berichtet Zugleiter Werner Fugmann. "Mit 33 Einheiten sind es fünf mehr als vor zwei Jahren. Nach dreieinhalb Stunden erreichen die Einheiten den Rathausplatz. Glasverbot herrscht in den Bereichen, in denen besonders viel los ist, am EK 3, am ABC-Gebäude und am Rathaus."

(got)