Die Stadthalle Kamp-Lintfort eröffnet nach Sanierung mit Komödie

Komödienabend in der Kamp-Lintforter Stadthalle : Premiere in der „neuen“ Stadthalle

Nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten ist die Stadthalle in Kamp-Lintfort wieder als Tourneetheater-Spielstätte geöffnet. Den Auftakt machte ein komödiantisches Mehrgenerationen-Stück aus Berlin.

Endlich! Am Dienstag eröffnete die Komödie am Kurfürstendamm die Spielzeit 2019/2020 in der neu sanierten Kamp-Lintforter Stadthalle mit dem witzigen Generationenstück „Wir sind die Neuen“. Mehr als ein Jahr war die Halle wegen ausgiebiger Sanierungsarbeiten geschlossen. Entsprechend genau wurde sie nun von den Besuchern in Augenschein genommen.

Die Außenhülle, zwei zusätzliche Fluchtwege, den Eingangsbereich, den neuen Vorhang und die deutlich helleren LED-Lampen im Bühnensaal – viel mehr war nicht sichtbar. „Das stimmt‘“, bestätigte der erste städtische Beigeordnete Christoph Müllmann in einer kleinen Eröffnungsrede vor Beginn der Aufführung. Das meiste sei versteckt.

Die neue Ton- und Beleuchtungstechnik zum Beispiel und die Lüftungsanlage. All das wurde an diesem Abend einer ersten Probe unterzogen. Dafür gab es von Müllmann einen großen Dank an alle Helfer und einen weiteren an die Abonnenten, „dass Sie alle wieder zu uns zurückgekehrt sind“. Damit war die Bühne freigegeben für einen vergnüglichen Abend mit vielen komödiantischen und teils nachdenklichen Szenen:

Anne, Johannes und Eddi, alle drei schon Anfang 60, beschließen, mehr oder weniger aus finanziellen Gründen, ihre einstige Studenten-WG wieder neu zu beleben. Dabei hoffen sie im Stillen, einen Teil ihrer jugendlichen Unbeschwertheit zurück zu erlangen. So stürzen sie sich gemeinsam in Erinnerungen, trinken, rauchen und hören nächtelang die alten Songs der 60er Jahre. Das bringt sie bald in Konflikt mit ihren drei jungen Nachbarn, denn die müssen für ihre anstehenden Examen lernen, um beruflich richtig gut durchstarten zu können.

Für die ehemalige Umweltbiologin Anne (gespielt von Claudia Rieschel), den sozial engagierten Anwalt Johannes (Siegfried Kadow) und den einstigen Lebenskünstler Eddi (Winfried Glatzeder) sind die Jura-Studenten Katharina und Thorsten (Luise Schubert und Eric Bouwer) sowie die angehende Kunstwissenschaftlerin Barbara (Annalena Müller) schreckliche Spießer, während die ihre 68er-Nachbarn für durchgeknallte Hippies halten. Nach anfänglichen, halbherzigen Annäherungsversuchen eskaliert die Situation schließlich.

Und zwischen Anne, Sebastian und Eddi funktioniert das Zusammenleben nach einer Weile ebenfalls nicht mehr ganz so wie geplant. Auch die drei Studenten haben mit persönlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. So kommt man sich dann doch irgendwann näher und feiert zum Schluss sogar gemeinsam eine fröhliche Fete.

Das von Martin Woelffer inszenierte Stück hielt sich in der Handlung weitgehend an den Film von Ralf Westhoff, ließ die Handlung beider Wohngemeinschaften jedoch in einer einzigen Wohnkulisse spielen, was einen besonderen szenischen Reiz hatte. Ein toller Theaterauftakt in einer neuen, für die nächsten Jahre sanierungsfreien Stadthalle.

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