Die Kreuzung B 510 und Mühlenstraße in Kamp-Lintfort wird entschärft

Kamp-Lintfort : Kreuzung am Dachsberg erhält Ampel

Bereits vor dem tödlichen Unfall vor zwei Wochen hatte die Unfallkommission die gefährliche Stelle im Blick gehabt, um sie zu entschärfen. Bis Ende 2019 soll eine Lichtsignalanlage installiert sein.

Am Mittwoch vor zwei Wochen ereignete sich an der Kreuzung von B 510 und Mühlenstraße ein tödlicher Unfall. Ein 83-jähriger Autofahrer aus Neukirchen-Vluyn kam aus Richtung Dachsberg und wollte am späten Nachmittag mit seiner 85-jährigen Beifahrerin die Bundestraße überqueren. Dabei übersah er den Wagen eines 39-jährigen Moersers, der mit seiner Frau (40) sowie seinen zwei Kindern (15 und 5) auf dieser Bundesstraße Richtung Rheurdt unterwegs war und Vorfahrt hatte. Beide Wagen krachten zusammen. Der 83-jährige Autofahrer und seine 85-jährige Beifahrerin überlebten den Unfall schwerverletzt. Er starb kurz darauf.

Genau eine Woche nach diesem tödlichen Unfall traf sich vor Ort die Unfallkommission, um erneut zu schauen, wie die Kreuzung entschärft werden kann. „Sie erhält eine Lichtsignalanlage“, berichtet Dieter Kreilkamp. „Es dauert ein bis eineinhalb Jahre vom Beschluss bis zur Inbetriebnahme einer Ampel. Ende 2019 soll sie dort stehen. Der Vorschlag kam von der Stadt Kamp-Lintfort.“

Als Mitarbeiter der Abteilung „Besondere Straßenverkehrsangelegenheiten“ des Kreises Wesel leitet er die Unfallkommission. Neben ihm gehören diesem Gremium im Regelfall zwei Polizisten der Kreispolizeibehörde, zwei Vertretern der Stadt und zwei Vertretern des Straßenbaulastträgers an, also des Landesbetriebes Straßen NRW. Die Unfallkommission schaut sich in jeder Stadt und jeder Gemeinde mindestens einmal im Jahr vor Ort Unfallschwerpunkte an, die in der Fachsprache Unfallhäufungspunkte heißen, um Maßnahmen zu beschließen.

In der Hochschulstadt hatte sie sich im Frühjahr 2018 getroffen, um sich die vier Unfallhäufungspunkte anzusehen, bei denen auf einer kurzen Strecke drei oder mehr schwere Unfälle eines Unfalltyps in einem Jahr passieren: Die Kreuzung von Rheinstraße und K 33 mit der Nordtangente sowie den Kreisverkehr vor dem Alten Rathaus, die Kreuzung von Mittelstraße und B 50 sowie die Kreuzung von Mühlenstraße und B 510 am Dachsberg. Für alle Punkte beschloss sie Maßnahmen, die in den Monaten nach dem Treffen umgesetzt wurden, worüber die Rheinische Post am 5. Juli ausführlich berichtete.

Für die Kreuzung von B 510 und Mittelstraße entschied sie, die zulässige Geschwindigkeit auf der Bundesstraße von 50 auf 70 Kilometer pro Stunde zu erhöhen. Außerdem beschloss sie weitere Geschwindigkeitsmessungen, um erneut über diese Kreuzung zu sprechen. Diese sollten am Ende der Woche beginnen, in der sich der tödliche Unfall ereignete.

„Wir hatten bereits Anfang 2018 mit einem Zähler Messungen durchgeführt“, sagt Dieter Kreilkamp. „Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag bei 78, obwohl nur 50 erlaubt waren. Die Autofahrer haben dieses erlaubte Tempo nicht akzeptiert. Wir haben in den vergangenen Tagen erneut gemessen.

Nach dem vorläufigen Ergebnis hat sich nichts an der gefahrenen Geschwindigkeit geändert. Sie liegt im gleichen Bereich. Es wird also nicht schneller gefahren, seitdem 70 erlaubt sind. Alle, die die Kreuzung kennen, stufen sie subjektiv als gefährlich ein.“

Auch der 39-jährige Autofahrer sei nicht zu schnell unterwegs gewesen, wie aus den bisherigen Angaben des Unfallgutachters zu entnehmen sei, sagt der Leiter der Unfallkommission. Nicht klar sei, ob der 83-jährige Autofahrer an der Haltelinie vor dem Stoppschild stehen geblieben sei oder sie übersehen habe. Deshalb werde jetzt die Beschilderung erweitert und die Markierung erneuert.

Auf der Mühlenstraße und auf der Feldstraße, wie sie in der Verlängerung über die B 510 heißt, sollen jeweils rund 100 Meter vor der Kreuzung diverse Schilder mit dem Hinweis auf ein Stoppschild angebracht werde. Direkt an der Kreuzung sollen die Stoppschilder durch die größten Stoppschilder, die zugelassen sind, ersetzt werden. Außerdem sollen die weißen Haltelinien frisch markiert werden, die reflektierten in den ersten Jahren deutlich stärker.

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