Kamp-Lintfort: Die Kamper feiern ihren Schützenthron

Kamp-Lintfort : Die Kamper feiern ihren Schützenthron

Am Wochenende lockte die Kirmes drei Tage lang auf den Kamper Berg - Rock im Zelt und Schützengala mit Inthronisation inklusive.

Es gibt kein Konzert in der Hochschulstadt, zu dem mehr Besucher kommen als zu "Rock im Zelt", mit dem die dreitätige Kamper Kirmes auch dieses Jahr wieder gestartet ist. Gut eine Woche im Voraus waren alle Karten vergriffen, wie schon im Vorjahr. So pilgerten am Samstagabend 850 Kamp-Lintforter auf den Berg, um im ausverkauften Zelt live Rockmusik zu hören und Bekannte zu treffen, die sie manchmal ein Jahr lang nicht gesehen haben.

Nachdem in den vergangenen drei Jahren die Gruppe Ablazed aus Helmstedt Hauptakt gewesen war, kehrte diesmal die Gruppe Lewinsky aus Krefeld zurück, die in früheren Jahren die Fans im Zelt gerockt hatte. Beide Bands liegen musikalisch nahe beieinander, genauso stilistisch. Sie spielen die Klassiker der großen Rock- und Popbands der 1970er und 1980er Jahre. Sie kopieren die Stücke aber nicht eins zu eins, sondern unterlegen sie mit ihrem eigenen musikalischen Klang, was die Freunde von "Rock im Zelt" lieben. Diesmal bot Lewinsky zum Beispiel "You Shook Me All Night Long" von AC/DC, "Nothing Else Matters" von Metallica oder "Mrs. Robinson" von Simon and Garfunkel. Die Bands stimmen sich mit ihrer Vorgruppe ab, diesmal Lewinsky mit "Nach 7", um doppelte Titel zu vermeiden. Die gab es am Freitagabend nicht zu hören, obwohl Haupt- und Vorgruppe aus dem gleichen musikalischen Repertoire schöpfen. Die Vorgruppe aus Alpen spielte zum ersten Mal bei "Rock im Zelt" und konnte die Fans sofort überzeugen, etwa mit "Verdammt lang her" von BAP, "Hush" von Deep Purple oder "Highway To Hell" von AC/DC. Obwohl "Rock im Zelt" der Besuchermagnet auf der Kamper Kirmes ist, ist für die Mitglieder der St. Josef Schützenbruderschaft Kloster Kamp und der St. Johannes Nepomuk Bruderschaft Alt-Lintfort, die zusammen das dreitägige Fest organisieren, die Inthronisation der Höhepunkt. Am Samstagnachmittag holten sie den zukünftigen König Ulrich Weinreich mit seiner Frau Ingrid Weinreich in Hoerstgen ab. Der 62-jährige Meister für Gas- und Wasserinstallation sowie Heizung- und Lüftungsbau erzählte, dass er am 28. April gar nicht geplant hatte, den Vogel abzuschießen. "Als aber niemand auf den Vogel schießen wollte, nachdem die Preise gefallen waren, habe ich gesagt: Das kann nicht sein", berichtete der letzte Kamper Pfarrgemeinderatsvorsitzende, der 2004 in die Bruderschaft eintrat. "Da habe ich mich entschieden, König zu werden." So holte er auf dem Abteiplatz mit dem 215. Schuss den Vogel von der Stange. Dabei wusste er, welche Aufgabe er zu übernehmen hat, weil er bereits drei Königspaare als Minister oder Mitglied im Throngefolge begleitete. Am späten Samstag erhielten er und seine Frau von den Ministern des scheidenden Königpaares Susanne und Heiner Op de Hipt auf dem Abteiplatz das Königssilber überreicht. Erstes Ministerpaar ist Ludwig und Rita Kathage, zweites Joachim und Angelika Bremenkamp. Zum Throngefolge gehören außerdem Björn und Barbara Kathage, Andreas und Renate Kustermann sowie Heiko und Martina Siegert. Dem neuen Königspaar zu Ehren zeigten Jungschützen vor 200 Schützen und Zuschauern ein Fahnenschwenken. Nach einem Gottesdienst feierten die neuen Regenten am Samstagabend den Krönungsball. Am Sonntag luden die Bruderschaften wieder zum Familienfest ein. Für Kinder und Jugendliche boten sie Spiele und Mitmachaktionen an. Während die Kinder spielten, unterhielten sich die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen.

(got)
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