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Die Kamp-Lintforter Dorfgemeinschaft in Hoerstgen trifft sich zum Singen.

Kultur in Kamp-Lintfort : Hoerstgen singt – Weihnachtslieder

Die Freie evangelische Gemeinde in Hoerstgen lud erstmals zum Singen in der Adventszeit ein.

Da staunten die Initiatoren nicht schlecht. Das neue Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde an der Molkereistraße füllte sich und wurde seiner Bestimmung überaus gerecht. „Hoerstgen singt – das Weihnachtssingen“ lautete das Motto am Montag. Und gemeinsam alte und neue Weihnachtslieder zu singen, das passte in einen Abend im Advent, sorgte für Entschleunigung und gute Laune. „Im Chor entstand die spontane Idee“, erzählt die Chorleiterin des Gemeindechores, Christel Böckler. Die belebende und anhaltende Wirkung der Sangesfreude kennt sie gut. „Singen entspannt und lässt den stressigen Alltag gerade im Advent vergessen“, so die Chorleiterin. Das erste Weihnachtssingen wurde gemeinschaftlich geplant. Die Auswahl der adventlichen und weihnachtlichen Lieder aus den verschiedenen Jahrhunderten sorgte für manche Überraschung, wie die Chorleiterin verriet. Von manchem Lied sind oft nur wenige Strophen bekannt.

Um so größer die Überraschung, dass beispielsweise Martin Luther für sein Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ 15 Strophen verfasste. Zu allen Liedern folgten knappe Informationen zur Entstehungszeit und den Ursprungsländern. Das Singen alter und neuer Weisen wurde per Beamer unterstützt, so dass die Lieder für den Hoerstgener „Engelschor“ leicht mitzusingen waren. Ob dabei immer der richtige Ton getroffen wurde, erschien belanglos. Die Gemeinschaft im Advent zählte. Mit ins Boot geholt hatte Christel Böckler Dietmar Pau, der am Klavier unterstützte. Hans Hermann Haackmann spielte Gitarre. Mit Solopartien am Klavier bereicherte Michael Stekovic das erste Weihnachtssingen. Dass die Premiere gelang und so erneut ein Beispiel für gelebte Dorfgemeinschaft abgab, freute die Initiatoren. Böckler: „Wir haben mit den Kindergärten und den Vereinen vor dem Advent den Tannenbaum geschmückt. In Hoerstgen stehen wir zusammen.“ Für Wilhelm Buyken ist das Singen im Advent zum richtigen Zeitpunkt gekommen. „Überall gibt es das Rudelsingen. In Hoerstgen wurde immer schon gerne gesungen. Aber dass wir auf solch Resonanz stoßen, hätten wir nicht vermutet“, so Wilhelm Buyken nach der Veranstaltung, an die sich eine gemütliche Runde mit Glühwein und Plätzchen anschloss. „Hoerstgen ist bunt und vielfältig“, ergänzte Christel Böckler mit Blick auf das Publikum und das Programm mit Klassikern und neuen Liedern. „Jung und Alt waren vertreten. Unser ältester Besucher ist 94 Jahre alt.“