Die Gartenschau in Kamp-Lintfort als großes Experimentierfeld

Landesgartenschau in Kamp-Lintfort : Die Gartenschau als großes Experimentierfeld

Die Hochschule Rhein-Waal hat am Mittwoch das GreenFabLab vorgestellt. Es ist ihr Beitrag zur Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort.

Zur Landesgartenschau blühen 2020 im Zechenpark die Experimentierfelder: Auf etwa 2500 Quadratmetern wird die Hochschule Rhein-Waal nicht nur das seit zwei Jahren geplante GreenFablab mit Leben füllen. Im Außenbereich werden Professoren, Studenten, aber auch interessierte Laien zu den Themenbereichen „Urbane Landwirtschaft“, Erneuerbare Energien“, „Biodiversität“ sowie „Wasserwirtschaft und Wasserbau“ forschen. Das Konzept stellte Kai Jörg Tiedemann, Professor für Ökologie und Umwelt an der Fakultät Kommunikation und Umwelt, einem kleinen, aber interessierten Publikum vor. Die Hochschule Rhein-Waal stand im Mittelpunkt des inzwischen vierten Laga-Countdowns, einer kleinen Veranstaltungsreihe, mit denen die Laga-GmbH die Zeit bis zur Eröffnung am 17. April verkürzen will.

Das GreenFabLab sei ein „wunderbares Projekt“ mit vielen Herausforderungen, betonte Professor Jens Gebauer, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer, zur Begrüßung. In Kamp-Lintfort entsteht das erst zweite GreenFabLab weltweit. Das erste befindet sich in Barcelona. Das Projekt, das auf dem ehemaligen Areal des Bergwerks West realisiert wird, ist eine Koproduktion von Hochschule, Laga-GmbH und Stadt Kamp-Lintfort. Der Gebäudebau wird in diesen Tagen starten. Das „grüne“ FabLab entsteht auf rund 300 Quadratmetern und bietet Forschern, Schülern und Interessierten digitale Werkstätten und funktionale Labore, die mit Lasercuttern, Fräsen und 3D-Druckern ausgestattet sein werden – vielleicht nicht ganz so umfassend wie das große FabLab auf dem Hochschulcampus nebenan, das heute weltweit zu den größten gehört. „Es wird außerdem einen großen Seminarbereich geben. Dort steht der Austausch von Ideen im Fokus“, berichtete Tiedemann. Die „grüne“ Werkstatt werde auch als eine Leistungsschau betrachtet, so der Professor für Ökologie und Umwelt, der an der Fakultät in Kamp-Lintfort lehrt. Ideen, was alles im GreenFabLab entwickelt werden kann, gibt es reichlich. Zum Beispiel eine Growbox, sozusagen ein Hightech-Gewächshaus im Blumenkastenformat. Oder Seilroboter zur Überwachung von Grünflächen. Oder selbst gesteuerte Bewässerungssysteme. Oder Plastik-Recycling. Der partizipative Ansatz wird groß geschrieben. Wie Tiedemann berichtete, will man Workshops, Seminare und offene Vorlesungen veranstalten. Außerdem erhalten Schulen die Möglichkeit, die Natur zu erforschen. Die Nachwuchsförderung wird groß geschrieben. Die Realisierung des GreenFabLabs wird durch Fördermittel ermöglicht. Wem all das noch zu theoretisch war, der erfuhr am Mittwoch ganz praktisch, wie man Samenkugeln selber macht. Und am Beispiel von Postern, wie insektenfreundliche Räume geschaffen werden.

Mehr von RP ONLINE