Die evangelische Kita in Kamp-Lintfort ist integrativ.

Serie Kitas in Kamp-Lintfort: Eine Arche für 72 Mädchen und Jungen

Der evangelische Kindergarten im Niersenbruch besteht seit 25 Jahren. Kinder erleben die Natur im eigenen Garten.

25 Jahre wurde er in diesem Jahr alt, der Evangelische Kindergarten „Arche“ im Niersenbruch. Damit ist er die älteste Einrichtung seiner Art am nördlichen Rand von Kamp-Lintfort. „Ich glaube, wir waren schon da, bevor das Neubaugebiet hier erschlossen wurde. Und wir waren die Ersten in der Stadt, die schon Kinder unter vier Monaten aufgenommen haben, bevor man überhaupt an allgemeine U-3-Angebote gedacht hat.“ Elke Biersa ist seit 19 Jahren Leiterin der inzwischen „Evangelisches Familienzentrum „Arche“ genannten Kindertagesstätte an der Fasanenstraße und zurecht Stolz auf diese beiden Besonderheiten. Noch mehr aber möchte sie einen heute besonders wichtigen Erziehungsaspekt ihrer Einrichtung hervorgehoben wissen, den sie als „bewusste Auseinandersetzung mit unseren derzeitigen gesellschaftlichen Werten und Normen“ bezeichnet.

„Dabei geht es sowohl um die Vermittlung eines christlichen Menschenbildes als auch um solche Themen wie den nachhaltigen Umgang mit der Natur. Dazu werden die 72 Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren, die zurzeit hier wochentags von 7 bis 14 beziehungsweise von 7 bis 16 Uhr untergebracht sind, nicht nur in ihrer intellektuellen, sondern ganz bewusst auch in ihrer individuellen Kreativität gefördert. So gibt es auf dem mit zahlreichen alten Bäumen bestandenen Außengelände einen kleinen Garten mit speziellen Färberpflanzen, aus denen die Kinder einen Teil ihre bunten Malkreiden selber herstellen. Und innen ist neben einem Malatelier und einem mit allerlei kindgerechten Instrumenten ausgestatteten Musikraum, eine aus mehreren Dosen voller Buchstaben und Bildsymbolen bestehende sogenannte „Buchstabenecke“ eingerichtet. Jeder, der hier einen Buchstaben oder ein Bild aus einer der Dosen nimmt, ist anschließend verpflichtet, den anderen dazu eine kleine, selbst ausgedachte Geschichte zu erzählen.

„Nix drin“, bedauerte der sechsjährige Nikita, nachdem er ausgerechnet bei der Demonstration des Ganzen eine leere Dose erwischt hatte. „Nein“, zu „Nix“ falle ihm jetzt keine besondere Geschichte ein, erklärte er auf eine entsprechende Frage hin und verzog sich ein wenig verlegen nach draußen, wo die gleichaltrige Alissa an einem Gemüsehochbeet auf zwei schon ziemlich erntereife Brokkoli-Pflanzen zeigte. „Die habe ich gepflanzt“, erklärte sie stolz, und die Erdbeeren dahinten auch.“ „In unserem Gemüsegarten können die Kinder sehen, wie die Pflanzen wachsen und mittags sogar gleich essen“, erklärt Elke Biersa. „Die Größeren gehen jede Woche einmal pro Woche mit einer Naturpädagogin in den Wald.“ Das Mittagessen kommt für alle an zwei Tagen aus der eigenen Kita-Küche, dazwischen von einem Caterer. Daneben gibt es vormittags, ebenfalls für alle, ein gesundes Frühstücksbüffet.

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Die „Arche ist eine integrative Kindertagesstätte, nimmt also behinderte Kinder auf. Das gilt auch für andersgläubige Kinder. Dennoch orientieren sich die pädagogischen Grundsätze und die Elternarbeit an einem christlichen Menschenbild.

Weitere Informationen zum evangelischen Familienzentrum „Arche“ gibt es im Internet unter www.arche-kali.de oder telefonisch unter 02842 470340.

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