1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Der Kosmos Bach erklingt in den Kamper Konzerten in Kamp-Lintfort

Klassik in Kamp-Lintfort : Der Kosmos Bach erklingt in den Kamper Konzerten

Cellist Alexander Hülshoff eröffnete die Konzertreihe.

Entgegen sonstiger Gewohnheiten verzichtete Alexander Hülshoff, der mit seiner Frau Katharina Apel die Kammermusikkonzerte im Jahr 2004 begründet hatte, als Akteur des Abends auf eine Begrüßung und historische Einführung des Programms in dem vollbesetzten Rokokosaal des Kloster Kamp. Die übernahm Jeannette von der Leyen, die sich bei der Stadt und der Duisburger Sparkasse für die Unterstützung der zum 16. Mal stattfindenden Konzertreihe bedankte. „Man könnte den Rokokosaal erweitern“, unterstrich sie, welche Anziehungskraft das Programm mittlerweile hat.

Zum Auftakt der Reihe hatte sich der künstlerische Leiter der Kamper Konzerte drei der sechs existierenden Suiten von Johann Sebastian Bach ausgewählt. Von der Leyen zitierte dazu den Satz des weltbe-ühmten Cellisten Pau Casals: „Sie sind die Quintessenz von Bachs Schaffen, und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik.“ Bereits in der Suite Nr.1 G-Dur mit dem weltberühmten Motiv der „Prélude“ und der Fantasie über einen einzigen Deiklang wurde diese besondere Klangwelt deutlich. Ein flüssiges, bewegtes Spiel, dominiert von ausladenden Melodiebögen wie in der „Allemande“, wunderbaren Akkordfolgen in der feierlich wirkenden „Sarabande“ und mit elegant-tänzerischen Idee im Menuett versehen, waren zu genießen.

Vor der beschwingt-fröhlichen „Gige“ stand dann noch das etwas „melancholische“, mollgeprägte Menuett II. In der Suite Nr.3 C-Dur“ setzte sich auch der sehr polyphone Charakter des Werks fort. Dabei entstand eine noch grösserer Klangdichte und Dramatik, wurden die Zuhörer wie in der „Prélude“ von einem Strom an Läufen und Klangabfolgen förmlich „überflutet“ – meisterhaft im Geist eines Allegros dargeboten. Hülshoff verlieh der „Cournate“ durch die Stakkako-Dreiklänge und kurzen Legato-Bögen dem „Sound“ etwas Italienisches. Fast pathetisch, mit Tiefe gestaltete er die Harmonien der „Sarabande“. Und nach den Bourée-Sätzen rundete eine fast bizarr anmutende „Gigue“ den Satz ab. Am Ende stand dann die Suite Nr. 6 D-Dur, die für viele Cellisten als das Superlativ in Sachen Cello gilt.