Der Hegering Lintfort-Neukirchen fördert den Nachwuchs

Erster Platz durch Jungbläser und Hegring-Kids : Der Hegering fördert den Nachwuchs

Der Hegering Lintfort-Neukirchen wurde für seine Nachwuchsarbeit von der Biotopschutzstiftung NRW ausgezeichnet.

Seit gut zwei Jahren bläst Arne Heurs ins Jagdhorn. „Am Anfang war es nicht ganz einfach“, erzählt der Rheurdter. „Doch ich habe es schnell gelernt. Ein Jagdhorn hat nur fünf Naturtöne. Es hat ein Mundstück, aber keine Ventile.“ Jeden Donnerstag übte der Schüler des Julius-Stursberg-Gymnasium zusammen mit zwölf anderen Schülern, angeleitet von einem ausgebildeten Trompetenlehrer. „Wir sind Freunde geworden“, erzählt der 16 Jahre alte Bläser über die Gemeinschaft. Er lernte auch Zuhause, wie die anderen. Im letzten Frühjahr bestanden sie die Prüfung, die Bläserhutabzeichen heißt. Der Hegering Lintfort-Neukirchen, zu dem auch Rheurdt gehört, hat den ersten Preis der Wildtier- und Biotopschutzstiftung Nordrhein-Westfalen geholt.

„Der Preis ist renommiert und heißt Lernort-Natur-Preis“, erzählt Jäger und Falkner Thomas Zimmermann, der seit Ende März Vorsitzender des Hegerings ist. „Die Jury bewertete die gesamte Jugendarbeit, von der die Jungbläser ein Teil sind.“ Während der Preisverleihung wurde herausgestellt, wie vielfältig die Kinder und Jugendlichen im Hegering arbeiten, der zu den aktivsten am Niederrhein zählt und 560 Mitglieder hat. 2015 hatte der Hegering die Gruppe Hegering-Kids gegründet, zu der heute 64 Kinder gehören, vor allem aus Neukirchen-Vluyn, Rheurdt und Kamp-Lintfort. 13 dieser Kinder begannen 2017 zusätzlich das Jagdhornblasen. Wo diese drei Kommunen zusammentreffen, üben sie in den Räumlichkeiten des Schießstandes Vluynbusch, ganz in der Nähe des einstigen Jagdhauses Auwelaers an der Gelderner Straße.
„Die Aktivitäten der Hegering-Kids sind vielfältig“, erzählt Obfrau Fee Trienekens. „Wir haben zum Beispiel Nistkästen gebaut oder eine Morgenwanderung am Schaephuysener Höhenzug mit einem Ornithologen unternommen. Wir haben den Wildpark Frankenhof bei Reken im Münsterland besucht oder sind einfach in die Natur gegangen. Jetzt können die Kinder Feldhasen und Kaninchen unterscheiden. Sie sind von der Natur begeistert. Dort haben sie unvergessliche Momente erlebt. Demnächst wollen wir mit den Hegering-Kids die Gehörne von Rehböcken bunt bemalen.“ Zum Teil sind die Kinder, die bei den Hegering-Kids oder den Jungbläsern aktiv sind, „erblich vorbelastet“. „Bei einigen sind die Eltern Jäger, bei vielen aber auch nicht“, erzählt Thomas Zimmermann. „Alle lieben die Natur. Und diese wollen wir ehren und schützen.“ Der Hegering investiert gerne in die Kinder- und Jugendarbeit. Zum Beispiel finanzierte er die Kosten für den Trompetenlehrer, der die Jungbläser im ersten Jahr anleitete, über Spenden. Auch hält er für Einsteiger vereinseigene Jagdhörner bereit. Zurzeit integriert die Senioren-Bläsergruppe, die 25 Bläser zählt, die Jungbläser, was von der Jury positiv bewertet wurde. „Nur drei haben im Laufe der zwei Jahre aufgehört“, sagt Heinz-Josef Paeßens als Vorsitzender des Bläserchors. „Im jugendlichen Alter ist das wenig. Wir üben zusammen, gerne in der Natur.“ Es sei schon ein besonderes Gefühl gewesen, als die zehn Jungbläser zur Preisverleihung auf dem Landesjägertag in Münster geblasen hätten. „Das Jagdhornblasen hat eine lange Tradition“, berichtet er. „Damit geben die Jäger dem erlegten Wild die letzte Ehre. Sie geben auch die Signale, wenn die Jagd beginnt und vorbei ist.“ Er freut sich über vier junge Interessenten, die demnächst das Jagdhornblasen erlernen wollen.

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