Der Ausweis als Schüssel zur Mediathek Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort: Der Ausweis ist Schlüssel zur Mediathek

Anderthalb Jahre nach ihrer Eröffnung wird die Mediathek zur echten Open Library. Bücherfreunde können in der Ferienzeit des Bistros 26 mit ihren Bibliotheksausweisen die Einrichtung autonom und ohne Aufsicht besuchen.

Die technische Ausstattung ist seit dem Bau der Mediathek vorhanden. Diesen Sommer wird sie erstmals getestet. Wenn das Team des Bistros 26 ab dem 16. Juli für drei Wochen in die Ferien geht, können die Nutzer das Foyer der Mediathek, die Open Library, in Eigenregie und ohne Aufsicht nutzen – und zwar mit ihren Bibliotheksausweisen. Sie werden für alle Besucher ab 18 Jahren zum Schlüssel ins Reich der Bücher. „Das funktioniert wie zum Beispiel in Bankfilialen ohne Personal“, erläuterte Kamp-Lintforts Kulturdezernent Christoph Müllmann am Donnerstag. „Man hält den Ausweis einfach vor die Kontaktfläche am Zutrittsterminal neben der Tür im Windfang.“

Seit der Eröffnung der Mediathek im März 2017 gab es bislang nur zwei Öffnungszeiten: Das offene Foyer konnte insgesamt 45 Stunden in der Woche als Selbstbedienungsbereich genutzt werden. Die Mitarbeiter des Bistros 26 übernahmen zeitgleich die Aufsichtsfunktion. Die gesamte Mediathek ist nur 23 Wochenstunden mit Personal für die Nutzer geöffnet. „Wir hatten damit ein etwas anderes Konzept der Open Library“, erklärte der Kulturdezernent. Da Familie Kant, die das Bistro 26 betreibt, ab dem 16. Juli Urlaub macht, will die Stadtverwaltung die vorhandene Technik nun doch einmal ausprobieren. Denn in den Ferien des Bistros war es bisher nur im Nachmittagsbereich möglich, durch die Regale zu stöbern und neue Medien auszuleihen.

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Dass Bücher und DVDs abhanden kommen könnten, wenn sich Besucher ohne Aufsicht in der Open Library aufhalten, befürchten Christoph Müllmann und Leonie Bruckes, stellvertretende Leiterin der Mediathek, nicht: Zur Sicherheit werden alle Räume während der personalfreien Zeiten per Video überwacht, erklärten sie. Die Aufnahmen würden 72 Stunden aufbewahrt. Mit dem Betreten der Bibliothek erklärten sich die Besucher datenschutzrechtlich mit der Videoüberwachung einverstanden. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben nur Zutritt in Begleitung von Erwachsenen, die sie beaufsichtigen. Auf sie warten in den Ferien Veranstaltungen wie der Sommerleseclub. Das offene Foyer mit Lernzentrum steht den Besuchern in den Ferien somit ab morgens um 9 Uhr und auch in der Mittagspause durchgehend zur Verfügung. Dort finden sie Bestseller ebenso wie Leseempfehlungen der Buchhändler. Es liegen Tageszeitungen und Zeitschriften aus. Auch DVD und Hörbücher stehen zur Ausleihe parat. „Wir haben hier Literatur für die ältere Generation, für Menschen, die Rat suchen, und für Zuwanderer“, betont die stellvertretende Mediatheksleiterin. Für die Ausleihe, Rückgabe und für die Verlängerung von Fristen nutzen die Besucher die vorhandenen Automaten in gewohnter Weise. Seit Donnerstag können sich die Besucher im Foyer auch einen Film über die Mediathek anschauen. „Er zeigt den Besuchern auf einem großen Bildschirm im Bistro, was in unserem Haus alles möglich ist“, erläuterte Leonie Bruckes. Der Film, der die Mediathek als Wohnzimmer der Stadt darstellt, wurde bereits Anfang diesen Jahres in Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal realisiert. Er ist auch auf der Homepage der Stadt Kamp-Lintfort unter www.kamp-lintfort.de zu sehen.

Die Öffnungszeiten der Mediathek in der Zeit vom 16. Juli bis zum 5. August: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, von 9 bis 18 Uhr, Mittwoch und Samstag von 9 bis 13 Uhr. Mit Personal besetzt ist die Einrichtung Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 14.30 bis 18 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag, 10 bis 13 Uhr. Die Medienrückgabe ist 24 Stunden am Tag möglich.

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