Kamp-Lintfort: Dem Pappelsee geht das Wasser aus

Kamp-Lintfort: Dem Pappelsee geht das Wasser aus

Der sinkende Wasserstand des Gewässers beunruhigt Anwohner und Spaziergänger. Die Lineg kennt das Problem. Die Genossenschaft hat Lösungsvorschläge erarbeitet, die im nächsten Umweltausschuss vorgestellt werden sollen.

Rolf Weferingshaus wohnt keine 100 Meter vom Pappelsee entfernt. "Seit Monaten geht der Wasserstand des Sees kontinuierlich runter. Er droht zu verlanden", hat der Anwohner beobachtet, der regelmäßig am See mit dem Hund spazieren geht. Der Kamp-Lintforter, der dort bereits sei 1969 wohnt, ist besorgt: "Früher gab es einen Zulauf, über den das Wasser regelmäßig nachgelaufen ist, aber jetzt tut sich dort gar nichts mehr." Weferingshaus wünscht sich, dass etwas unternommen wird. "Der Pappelsee ist für viele Menschen ein attraktives Naherholungsgebiet. Man kann dort wunderbar spazieren."

Weferingshaus vermutet, dass die Entwicklung mit der Schließung des Bergbaus im Jahr 2012 zusammenhängt. "Bis dahin hat die Lineg das Grundwasser geregelt", sagt der Anwohner. "In letzter Zeit hat sich die Situation rapide verändert. Man hat den Eindruck, als würden die Verantwortlichen darauf keinen großen Wert mehr legen." Der Pappelsee, in dem seine Ehefrau als Kind noch schwimmen gelernt habe, wirke nicht mehr attraktiv und einladend. "Enten und Gänse haben gar kein sicheres Territorium mehr", beklagt er. Ein Schwan sei bereits verendet. Den zuständigen Mitarbeitern der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (Lineg) ist die seit Jahren bestehende Problematik bekannt. Beim Lintforter Pappelsee handelt es sich um ein künstlich entstandenes Gewässer. Lineg-Vorstand Karl-Heinz Brandt hatte bereits Mitte Dezember auf RP-Anfrage zur Ursache erläutert, dass der Wasserstand des Pappelsees deshalb gesunken sei, weil der Brunnengrundwasserstand im Gestfeld ebenso gefallen sei. Lineg-Sprecherin Elke Wimmer betonte gestern, dass erst einmal Wasser da sein müsse, um es pumpen zu können. Dies sei wiederum mit Kosten verbunden. "Wir pumpen nicht, wenn es nicht nötig ist, auch nicht, um einen künstlichen See zu erhalten", erklärte sie auf Anfrage. Die Lineg steht in Kontakt mit der Stadt Kamp-Lintfort. Auch Gespräche mit den zuständigen Vertretern der Stadt hätten in dieser Sache bereits stattgefunden. Ziel sei es, bis spätestens zur Landesgartenschau 2020 in der Hochschulstadt gute Lösungen für den Pappelsee gefunden zu haben. Solche Lösungsvorschläge liegen auch schon vor, wie Wimmer berichtete. Demnach wurden am Lineg-Hauptsitz an der Friedrich-Heinrich-Allee diverse Varianten erarbeitet, die in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am Donnerstag, 22. Februar, im Kamp-Lintforter Rathaus vorgestellt werden sollen. "Es gibt kleine bis große Lösungen", erläuterte die Lineg-Sprecherin. Den Pappelsee verlanden zu lassen und zu einem Biotop zu entwickeln, gehöre zu den kleineren Lösungsvorschlägen. "Je größer die Maßnahme wird, desto kostenträchtiger und teurer wird die Umsetzung sein", betonte Wimmer. Die Entscheidung darüber, wo zukünftig der Pegel des Pappelsees stehen wird und wie das Vorhaben finanziert werden kann, müsse die Stadt treffen.

(RP)