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Coronavirus in Kamp-Lintfort: Eigene Station für Corona-Infizierte im Hospital

St.-Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort : Eigene Station für Corona-Infizierte

Das St.-Bernhard-Hospital setzt ab sofort ein erarbeitetes Krisenkonzept mit Sicherheitsschleuse um.

Das St.-Bernhard-Hospital und seine Mitarbeiter sind auf eine größere Anzahl von infizierten Corona-Patienten vorbereitet – auch wenn bisher (Stand 20. März, 8.45 Uhr) noch kein positiv getesteter Patient eingeliefert worden sei. Das teilte das Krankenhaus am Freitag in einer Pressemitteilung mit. In Vorbereitung auf die akute Notfallversorgung seien Eingriffe oder Behandlungen, wenn medizinisch vertretbar, verschoben und dadurch die Patientenzahl gesenkt worden.

Derzeit befänden sich weniger als 200 Kranke im Haus, damit sei die Belegung um unter 50 Prozent reduziert worden, teilt das Krankenhaus mit. Menschen, die ins Haus wollen, müssen eine Schleuse durchlaufen. Eine ganze Station sei für die Aufnahme der Notfall-Patienten vorbereitet. Außerdem habe man die Anzahl der Beatmungsgeräte auf 22 verdoppelt. Besucher können das Krankenhaus – bis auf wenige Ausnahmen – derzeit nicht mehr betreten. Um Mitarbeiter und Patienten zu schützen, wurde vor dem Eingangsbereich des Krankenhauses ein Container aufgestellt. In dieser „Schleuse“ wird bei allen Menschen, die ins Krankenhaus wollen, eine Risikoeinschätzung vorgenommen. Es werde die Temperatur gemessen, andere typische Corona-Begleiterscheinungen überprüft und die Besucher befragt, ob sie aus Risikogebieten kämen.

„Ist das der Fall, werden die Menschen in ein Zelt gebeten, das neben der Schleuse steht. Ein Arzt führt dort ein kurzes Gespräch zur Erkrankung und den Symptomen durch. Er beurteilt, ob der Patient stationär aufgenommen werden muss oder nicht. Falls dies nicht notwendig ist, schickt er den Patienten nach Hause und bittet ihn, unter Beachtung der notwendigen Hygieneregeln mit dem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen“, so das Krankenhaus.

Sei die Erkrankung nicht eindeutig zu beurteilen, gehe der Arzt mit dem Patienten über einen eigenen Eingang in die Station 1 H. Sie ist freigeräumt und vom Krankenhaus komplett abgeriegelt. Dort könnten Blutabnahmen gemacht werden, zudem stehen sowohl EKG, Sonografie als auch ein Röntgengerät für weitergehende Untersuchungen zur Verfügung. Dort erfolge dann auch die stationäre Aufnahme, sollte dies aufgrund des Krankheitsbildes notwendig sein. Patienten mit schweren Verläufen würden auf der Intensivstation behandelt, dort stehen zehn Beatmungsplätze bereit.

Für alle Nicht-Corvid-Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankungen einen Beatmungsplatz oder ein Intensivpflegebett benötigen, stünden 13 Betten auf der Intermediate-Care-Station des Krankenhauses zur Verfügung. Sie verfüge über eine ähnliche Ausstattung wie die Intensivstation. Beide Stationen seien räumlich komplett voneinander getrennt, auch die Mitarbeiter arbeiten entweder nur in dem einen oder anderen Bereich.

Im ganzen Krankenhaus herrsche Besuchsverbot – bis auf wenige Ausnahmen, wie für Schwerstkranke oder sterbende Patienten. Die Caféteria ist ebenfalls geschlossen, dort können sich nur noch die Mitarbeiter versorgen. Gottesdienste, Kurse des Gesundheitszentrums und alle für die nächste Zeit geplanten Vorträge fallen aus.

Der interne Krisenstab des St.- Bernhard-Hospitals berate zweimal täglich über die aktuelle Entwicklung und passe die notwendigen Maßnahmen auf die jeweilige Situation an. „Dabei geben die Leitlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie des Gesundheitsamtes Orientierung.“ Der Krisenstab habe einen Bereitschaftsdienstplan eingerichtet, so dass er rund um die Uhr einsatzbereit sei.

Die leitenden Mitarbeiter würden täglich in einer Klinikkonferenz über den aktuellen Stand informiert. „Alle Mitarbeiter ziehen in dieser schwierigen Situation exzellent mit. Wir halten fest zusammen“, betont Geschäftsführer Josef Lübbers. „Ich danke allen Mitarbeitern für ihren überdurchschnittlichen Einsatz. Ich bin mehr als froh, dass wir solch ein engagiertes Team haben. Und hoffe, dass wir alle diese Zeit gesund überstehen.“