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Corona-Krise: Bildungsoffensive für Schulen

Politik in Kamp-Lintfort : Corona-Krise als Bildungsoffensive nutzen

Der Bildungsausschuss des Deutschen Städte- und Gemeindebundes hat in Kamp-Lintfort getagt. Das Gremium macht sich dafür stark, dass die Länder den Kommunen langfristige Digitalisierungsbudgets zur Verfügung stellen.

Die Corona-Krise hat mehr als deutlich aufgezeigt, wo es im Bildungssystem hakt: Auch in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur des Deutschen Städte- und Gemeindebundes waren die Auswirkungen der Pandemie am Montag und Dienstag das Schwerpunktthema. Der Ausschuss, in dem alle Landesverbände vertreten sind, tagte auf Einladung von Ausschussmitglied Christoph Müllmann und Bürgermeister Christoph Landscheidt, seit kurzem Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, in Kamp-Lintfort.

Der Ausschuss fordert von den Bundesländern klare und einheitliche Leitlinien insbesondere für die Regelöffnung der Schulen nach den Sommerferien. Dazu gehöre neben einem Abstands- und Hygienekonzept auch die Corona-Testung von Lehrern und Schülern. Außerdem seien die Kommunen dabei finanziell zu unterstützen. „Das kann man nicht allein den Städten und Gemeinden überlassen“, betonten der neu gewählte Ausschussvorsitzende Christoph Gerwers (Bürgermeister in Rees), und Uwe Lübking, Beigeordneter beim Deutschen Städte- und Gemeindebund in Berlin.

„Und dafür braucht es verlässliche Rahmenvorgaben.“ Notwendig seien flexiblere Konzepte, etwa eine Konzentration auf die Hauptfächer sowie die kluge Kombination aus Präsenz- und Fernunterricht. Der Ausschuss empfiehlt den Ländern deshalb, die Corona-Krise für eine seit langem notwendige Bildungsoffensive zu nutzen. Diese müsse auch die Möglichkeiten des digitalen Unterrichts umfassen. Die Krise habe deutlich gemacht, dass viele Schulen hier noch nicht auf der Höhe der Zeit seien. Für den digitalen Unterricht fehle es nicht nur an Endgeräten, sondern auch an Lernplattformen, Lernsoftware, Infrastruktur in den Schulen und verlässlichen Regelungen zum Datenschutz, betonte Lübking. Mit der Anschaffung von Laptops oder Whiteboards sei es bei weitem nicht getan. Neben Lehrerfortbildungen sei eine Lehrstandserhebung in allen Ländern nötig, auf deren Basis eine gezielte Förderung möglich werde. „Es muss den Kommunen ein Digitalisierungsbudget zur Verfügung gestellt werden, mit dem langfristig in die Infrastruktur investiert werden kann.“ Das bestätigte der Kamp-Lintforter Schuldezernent Christoph Müllmann: So sehe die aktuelle Fördersystematik der Länder beispielsweise keine finanzielle Unterstützung bei der Wartung der Geräte oder für die Betreuung vor. Man erhalte vor allem Förderungen für Konzepte und Investitionen. Die Stadt Kamp-Lintfort hat sich in Sachen Digitalisierung der Schulen vor einigen Jahren auf den Weg gemacht: Alle weiterführenden Schulen sind mit W-Lan ausgestattet. In den Schulen herrscht das Prinzip „Bring your own Device“. Es gibt außerdem Informatikräume, vereinzelt sei auch schon Präsentationstechnik wie Beamer eingebaut. Die Grundschulen haben hingegen noch kein W-Lan. In den Klassenräumen gebe es PC-Ecken.