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Kamp-Lintfort: Christuskirche wird zur Klangkulisse

Kamp-Lintfort : Christuskirche wird zur Klangkulisse

"Weltmusik" unter diesem Titel veranstaltet die evangelische Kirchengemeinde Lintfort zurzeit in der Christuskirche eine Reihe ungewöhnlicher Konzerte. Eines davon gestaltete am Sonntag die fünfköpfige Percussion-Gruppe "4beatz".

Zwei Marimbaphone, eines davon in Konzertgröße, ein Vibraphon und eine riesige Trommel, dazu unzählige Bongos, Congas und diverse andere Schlagwerke, der Altarraum der evangelischen Christuskirche an der Friedrich-Heinrich-Allee war am Sonntag mit so vielen Instrumenten gefüllt, dass man den Altar kaum noch erkennen konnte. Grund dafür war ein Konzert, das die zurzeit aus den fünf jungen Musikern Philipp Brendt, Sebastian Gokus, Charlotte Hahn, Jascha Heitmann und Jan Jesuthas bestehende Percussion-Band "4beatz" an diesem Abend vor rund 60 Besuchern gab. Gut zwei Stunden präsentierten sie eine gelungene Mischung aus klassischen und neuen Stücken. Dabei war jedes einzelne Bandmitglied ein Virtuose auf sämtlichen vorhandenen Instrumenten, und das, obwohl sich alle fünf noch im Studium befinden.

Gegründet hatte sich das Ensemble ursprünglich vor vier Jahren unter dem Namen "Bi-Cussion" an der Kunst- und Musikschule Bielefeld, inzwischen hat es bis auf Jascha Heitmann - er studiert derzeit Wirtschaftswissenschaft in Duisburg - den Rest der Truppe an verschiedene Musikhochschulen in Osnabrück, Detmold und Köln verschlagen, wo nach ihrer Umbenennung in "4beatz" schließlich auch noch Charlotte Hahn zu ihnen kam. "Es wundert Sie sicher, dass die meisten Stücke, die Sie auf Ihrem Programm finden, relativ neu sind. Aber das liegt daran, dass es noch nicht so viele Stücke für unsere Instrumente gibt", erklärte Sebastian Gokus den Zuschauern während einer kleinen Umbaupause, bei der die dicke Trommel, umgeben von drei Congas und Gongs, in den Vordergrund gefahren wurde, um darauf anschließend ein rasantes Percussion-Stück des 1962 geborenen, jugoslawischen Komponisten Nebojsa Zivkovic zu präsentieren.

Auch das nach einer 15-minütigen Zwischenpause anschließend von den vier Männern auf der Empore über dem Altarraum intonierte, reine Percussionstück "Le Chant du Serpent" von Eckart Kopetzki war jüngeren Datums und zeigte einmal mehr das perfekte Zusammenspiel der Gruppe.

Großen Eindruck machten jedoch auch die verschiedenen Solo-Darbietungen zum Beispiel ein wundervoll melodiöser, von Sebastian Gokus auf dem Marimbaphon gespielter Choral von Alexej Gerassimez oder das von Charlotte Hahn ebenfalls auf dem Marimbaphon gespielte, wechselweise aus ganz leisen und dann wieder kräftigen Tönen bestehende Stück "Toccata" von Anna Ignatowicz.

Ein wahrhaft tolles Konzerterlebnis, das die Besucher am Ende zurecht mit einem lang anhaltenden, stehenden Applaus belohnten. Das nächste Konzert im Rahmen der Reihe "Weltmusik" findet am 6. Juli, statt. Dann sind ab 18 Uhr die Band "Ufermann Jazz" und die marokkanische Sängerin Hayat Chaoui in der Kamp-Lintforter Christuskirche, Friedrich-Heinrich-Alle 22, zu Gast. Der Eintritt dazu beträgt 15 Euro.

(lang)