Cellist Alexander Hülshoff freut sich aufs Kammermusikfests Kloster Kamp

Kammermusikfest in Kamp-Lintfort : „Kloster Kamp ist ein magischer Ort“

Der Künstlerische Leiter des Kammermusikfests freut sich auf die Konzerte und öffentlichen Proben im Juli.

Vom 21. bis 28. Juli heißt es wieder: „Bühne frei!“ für die öffentlichen Proben und die Konzerte des Kammermusikfests Kloster Kamp. Zum 16. Mal wird das beliebte Festival mit der einzigartigen Atmosphäre des „klingenden Klosters“ Musikfreunde von Nah und Fern begeistern. RP-Mitarbeiterin Petra Riederer-Sitte sprach mit dem Künstlerischen Leiter Alexander Hülshoff über Geschichte und Zukunft des Kleinods der Musikszene.

Das Kammermusikfest wurde 2004 gegründet. Was hat sie damals bewogen, dieses Festival ausgerechnet in Kamp-Lintfort anzusiedeln?

Hülshoff Meine Frau und ich waren damals gerade nach Kamp-Lintfort gezogen und haben die Öffnung des Klosters miterlebt. Kurzentschlossen haben wir uns bei Pater Georg vorgestellt und ihm von unserer Idee erzählt, ein internationales Kammermusikfestival mit offenen Proben und Konzerte zu veranstalten, und er hat zugestimmt. Dann wurde auch schon bald das Geistliche und Kulturelle Zentrum gegründet, und wir konnten anfangen. Das Kloster Kamp auf dem Kamper Berg war damals wie heute für uns der ideale Ort, um für unser Festival Namensgeber wie auch geographisches Zentrum zu sein. Es ist für uns ein magischer Ort.

Die offenen Proben sind ein Markenzeichen des Kammermusikfestes. Wie kommen die Musiker damit klar, dass ihnen Publikum von Anfang an auf die Finger schaut?

Hülshoff Wir teilen das den Musikern immer gleich bei der Einladung mit, damit es keine Überraschungen gibt. Wenn dann allerdings bei der ersten Probe eines Werks der Rokokosaal gesteckt voll ist, merkt man unter den Musikern eine gewisse Probenanspannung. Aber ich halte das nach wie vor für gut, denn die Proben sind dadurch sehr strukturiert und zielorientiert. Das mag ich.

Hat sich die Struktur des Festivals im Lauf seines Bestehens verändert?

Hülshoff Nein, es hat sich an der Struktur des Festivals nichts geändert und es wird sich auch nichts ändern. Aber es gibt jedes Jahr neue Herausforderungen in organisatorischen Abläufen und den Akquisen, die wir meistern müssen. Das ist eine unglaubliche Arbeit, die Jeannette von der Leyen für das Festival leistet. Dieses organisatorische Rückgrat hat das Festival sehr stabilisiert.

Einige Musiker gehören quasi zum „Inventar”, aber es sind jedes Jahr auch neue Namen dabei. Nach welchen Kriterien wählen sie die Musiker aus?

Hülshoff In der Tat gehören einige Musiker zur Familie (lacht). Es ist einfach schön, Beständigkeit und ein gemeinsames musikalischen Wachsen durch gemeinsames Musizieren im Festival gebunden zu haben. Die Musiker müssen insofern passen, als die Voraussetzungen – mit offenen Proben relativ viele Werke in relativ kurzer Zeit einzustudieren und eine hohe Anzahl an Konzerteinsätzen zu meistern – sehr anspruchsvoll sind. Alle Musiker im Kammermusikfest Kloster Kamp haben viel Erfahrung und sind belastbar. Das Wichtigste ist aber ein unbändiger Ausdruckswille, instrumentale Kraft und eine authentische Freude beim Musizieren.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft des Festivals, wird es einschneidende Veränderungen geben?

Hülshoff Nein, große Änderungen wird es nicht geben. Natürlich, wenn es sich ergibt, werden wir auch immer weiter neue Konzertorte vorstellen etc. Wir sind glücklich, wenn unser Publikum sich weiterhin auf die gemeinsame Reise mit den Musikern des Kammermusikfests Kloster Kamp begibt, um Meisterwerke der Klassik und Romantik und immer wieder auch unbekannte Werke zu erleben. Dieser Zuspruch des Publikums ist für uns alle die perfekte Belohnung und Motivation, immer weiterzumachen. Für mich persönlich ziehe ich aus dieser Woche mit Musik auf dem Kamper Berg Energie für die neue Saison. Ein Ritual, das mich stärkt für viele Konzertreisen und Aufgaben.

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