Kamp-Lintfort: CDU will Pappelseeschule 2019 sanieren

Kamp-Lintfort: CDU will Pappelseeschule 2019 sanieren

Gute Schule: Mit gespartem Geld aus der Kreisumlage wollen die Christdemokraten die Finanzierungslücke schließen.

Um alle geplanten Baumaßnahmen an Kamp-Lintforter Grundschule zu realisieren, reichen die Finanzmittel aus dem Programm "Gute Schule 2020" und der Investitionsförderung für Kommunen nicht aus. Wie die Stadtverwaltung in der letzten Schulausschusssitzung mitgeteilt hatte, klafft im Etat eine Finanzierungslücke von 680.000 Euro. Die Stadtverwaltung schlug vor, den Umbau der Pappelseegrundschule um ein Jahr auf 2020/21 zu verschieben (RP berichtete). Diesen Weg will die CDU nicht mitgehen. Sie macht sich dafür stark, dass die Baumaßnahmen an den betroffenen Schulen wie geplant umgesetzt werden. In einem Antrag an den Haupt- und Finanzausschuss legt sie einen Deckungsvorschlag zur Finanzierung vor: Der Fehlbetrag, der nötig ist, um keine Maßnahmen verschieben zu müssen, soll aus der Haushaltsposition Kreisumlage entnommen werden.

Foto: Dieker Klaus

"Kamp-Lintfort muss 891.000 Euro weniger Kreisumlage an den Kreis Wesel zahlen, als wir erwartet haben", betont CDU-Fraktionschef Simon Lisken, der für seine Partei im Kreistag sitzt und sich dort kundig gemacht hatte. "Lasst uns diese Mittel nutzen, um auch die Baumaßnahme an der Pappelseegrundschule schon in den großen Sommerferien 2019 umzusetzen."

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Lisken erinnert im RP-Gespräch an die große Schulbegehung im Jahr 2017, bei der es darum ging, den Zustand der Schulgebäude zu überprüfen. "Damals haben wir einen umfangreichen Beschluss im Stadtrat gefasst, der heute nicht mehr gelten soll, weil die Mittel aus den Förderprogrammen nicht ausreichen", ärgert sich Lisken. "Es kann nicht sein, dass wir Erwartungen wecken und große Versprechungen machen, die wir am Ende nicht einhalten." Aus Sicht des CDU-Politikers ist die Raumsituation an der Grundschule am Pappelsee nicht tragbar. Mensa und offener Ganztag befänden sich beispielsweise im Keller des Schulgebäudes, die Räumlichkeiten seien beengt. "Es liegt vieles im Argen. Die Schulleitung wird von der Stadtverwaltung aber seit Jahren immer wieder vertröstet." Simon Lisken ist dort Vorsitzender der Schulpflegschaft an der Eyller Straße. "Ich würde mich jedoch für jede andere Schule genauso stark machen und will sie nicht gegeneinander ausspielen", erklärt Simon Lisken sein Engagement. "Wir haben einen Topf gefunden, aus dem wir den Fehlbetrag auflösen können."

Dass Argument, dass diese Mittel möglicherweise irgendwo im städtischen Haushalt dringender benötigt würden, lässt der CDU-Fraktionsvorsitzende nicht gelten. Er beruft sich auf eine Aussage des Kämmerers. "Er hat uns erklärt, dass wir gut dastehen und schon 2017 schwarze Zahlen schreiben, und 2018 erst recht." Die Prioritätenliste der Verwaltung sieht folgendermaßen aus: Umbau von Pavillonklassen zur Mensa an der Grundschule am Niersenberg, Neubau einer Mensa an der Ernst-Reuter-Schule, Neubau eines Lerntrakts an der Europaschule. An der Pappelseeschule sollen Mensa und Offener Ganztag vergrößert werden. Simon Lisken sorgt sich darum, wenn die Maßnahme an der Eyller Straße auf 2020/21 verschoben wird, dass möglicherweise dann auch das Geld fehlt.

(RP)