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Kamp-Lintfort: Cari-Treff feiert den zehnten Geburtstag

Kamp-Lintfort : Cari-Treff feiert den zehnten Geburtstag

Die Räume am Rathausplatz sind Kleiderkammer, Café und Beratungsstelle. Die Betreiber, Kirchengemeinde St. Josef und Caritasverband Moers-Xanten, laden zu einer Jubiläumswoche ein.

Einen Festakt und Reden wird es nicht geben. "Wir wollen Veranstaltungen, die unseren Kunden und Gästen Spaß machen", sagt Claudia Kohler vom Leitungsteam des Cari-Treffs. Seit zehn Jahren betreiben ihn die Gemeinde St. Josef und der Caritasverband am Rathausplatz in Kamp-Lintfort. Eine Jubiläumswoche lang, vom 22. bis zum 27. April wird dies gefeiert. Der Cari-Treff ist Kleiderkammer, Café, Beratungsstelle, und wenn es ihn schon nicht gäbe, man müsste ihn erfinden."Die Idee ist: Kirche geht dorthin, wo die Menschen sind, in die Stadtmitte hinein", sagt Thomas Riedel, Pastoralreferent der Gemeinde St. Josef. Die Idee hatte vor zehn Jahren sein Amtsvorgänger Peter Niedzwiedz zusammen mit Ehrenamtlern, die die damalige Kleiderkammer der Kirchengemeinde betreut hatten. "Sie war in einem Keller der Gemeinde versteckt, die Leute haben die Kleidung 'zugewiesen bekommen'", erinnert sich Magdalene Mundt, die schon damals zum Kreis der Ehrenamtlichen gehörte. "Wir wollten ein neues, modernes Konzept."

Im Cari-Treff wird gespendete Kleidung sortiert und verkauft. "Das schafft Wertschätzung", sagt Mundt. Die Preise sind symbolisch. Eine Hose kostet einen Euro, eine Jacke 2,70. Etwas teurer sind allenfalls die Hochzeits- oder Kommunionskleider, die immer wieder mal reinkommen. "Viele der Sachen sind kaum getragen", sagt Claudia Kohler. So zählen zu den Kunden sowohl Hartz-IV-Empfänger als auch besser situierte Kamp-Lintforter, die etwa nach Markenklamotten stöbern. Im Cari-Treff sind alle gleichermaßen willkommen.

Im Cari-Treff stehen eine Theke und Tische, an denen sich die Besucher zu einer Tasse Kaffee oder zwei niederlassen können. Ein Damenkränzchen trifft sich dort seit Jahren regelmäßig an den Markttagen. Künftig soll es wieder zweimal monatlich ein "Sonntagscafé" geben. Und jeden Dienstag ist Thomas Riedel da, an den sich Besucher wenden können, die über ihre Ängste und Sorgen und Nöte sprechen möchten. Das geschehe immer wieder, erzählt der Seelsorger. Ob Frust über die Kirche, familiärer Knatsch oder Erziehungsprobleme: "Ich hab für alles ein großes Ohr", sagt Riedel. Er ist überzeugt: All die guten Gespräche kämen nicht zustande, würde er in seinem Büro in der Gemeinde sitzen. Wohlbemerkt ist der Cari-Treff nicht konfessionell ausgerichtet. Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Religionen gehören zum Helferteam und zu den Besuchern. "Wir sind international", sagt Magadalene Mundt.

Ist professionelle Beratung gefragt, stehen dafür im Treff Mitarbeiter des Caritasverbands zur Verfügung; dafür gibt es separate Beratungsräume. Einmal im Monat ist der Cari-Treff auch Schauplatz des Reparatur-Cafés. Und auch das Quartiersbüro mit seiner Seniorenberatung und seinen Initiativen zur Verbesserung des (Zusammen-)Lebens in der Stadt ist an den Cari-Treff angegliedert. "Hier trifft sich jedermann und jede Frau", sagt Thomas Riedel. Und so soll es bleiben.

(RP)