Historisches Jubiläum in Kamp-Lintfort St. Bernhardus feiert 725. Geburtstag

Kamp-Lintfort · Die Bruderschaft von 1296 holt ihr Jubiläum nach. Mit dem Bezirksjungschützentag und dem Bezirkskönigsschießen bringt sie im Jubiläumsjahr zwei kreisweite Treffen nach Rossenray. Zur Jubiläumsfeier kommt Regionalbischof Rolf Lohmann. Zum Jubiläum erhält sie eine neue Fahne

 Conny Gerritz (links), Stephanie Dormann und Karlheinz Vahnenbruck freuen sich schon auf das Jubiläumsjahr. Auch eine neue Fahne zieht in die Rossenrayer Schule ein.

Conny Gerritz (links), Stephanie Dormann und Karlheinz Vahnenbruck freuen sich schon auf das Jubiläumsjahr. Auch eine neue Fahne zieht in die Rossenrayer Schule ein.

Foto: Norbert Prümen

Die Bruderschaft St. Bernhardus Rossenray hatte mit ihren Jubiläen nicht immer Glück. 1921 musste sie auf eine Feier zum 625. Geburtstag verzichten, weil das Gebiet rund um Moers nach dem Ersten Weltkrieg belgisch besetzt war. 1946 fiel der 650. Geburtstag aus, weil größere Feien direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht möglich und nicht erlaubt waren. Doch diese Feier holte die Bruderschaft nach, als sie nach der NS-Zeit wieder aufgebaut war und 1951 eine neue Fahne segnen ließ. 1971 und 1996 lud die Bruderschaft dann groß zu ihrem 675. und 700. Geburtstag ein. Im Coronajahr 2021 konnte sie ihren 725. Geburtstag erneut nicht feiern. So lädt sie 2023 ein und stellt das das ganze Jahresprogramm darauf ab.

„Wir sind eng mit der St. Michael Bruderschaft Saalhoff befreundet“, begründet Präses Stephanie Dormann die Jahreswahl. „Die St. Michael Bruderschaft hat 2022 ihren 500. Geburtstag nachgeholt, den sie ursprünglich 2020 feiern wollte. Wenn wir auch 2022 gefeiert hätten, hätten zwei Feiern eng beieinander gelegen. St. Michael feiert am Wochenende vor dem Michaeltag, 29. September. Wir feiern um den 20. August, dem Namenstag von St. Bernhard. So haben wir entschieden, 2023 zu feiern“, erläutert sie. Drei große Veranstaltungen finden im Jubiläumsjahr „725 + 2“ rund um die einstige Rossenrayer Schule statt. Sie ist mit dem Schießstand und dem Ehrenmal, die direkt daneben liegen, seit 1985 Mittelpunkt der Bruderschaft, die im Jahr 1296 gegründet wurde. Am 22. April, dem zweiten Samstag nach Ostersamstag, beginnt dort um 10 Uhr der Bezirksjungschützentag. „Es kommen Prinzen und Prinzessinnen des gesamten Bezirksverbands Moers“, sagt Brudermeisterin Conny Gerritz. „Sie sind zwischen zwölf bis 24 Jahre alt. Es sind rund 80. Mit den Begleitpersonen sind es doppelt so viel. Die Sieger dürfen zu den weiteren Meisterschaften fahren.

Zum Rahmenprogram gehört ein Bezirksfahnenschwenken und ein Wertungsfahnenschwenken. Gegen 18 Uhr geht der Bezirksjungschützentag zu Ende.“ Am 3. Juni findet von 13 bis 19 Uhr bei der St.-Bernhardus-Bruderschaft das Bezirkskönigsschießen statt. „34 Bruderschaft gehören dem Bezirksverband Moers an, der den Altkreis Moers umfasst“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Karlheinz Vahnenbruck. „Die Sieger fahren zum Diözesan- und Bundeskönigsschießen. Wir rechnen mit 250 Besuchern“, betont er.

Am 6. August lädt die Bruderschaft zum Königsschießen ein. Der Tag beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Josef. Das Königschießen geht um 15 Uhr am Schießstand an der Rossenrayer Schule los. Die Schützen zielen mit einer Armbrust auf den Vogel. „Normalerweise melden sich in unserer Bruderschaft vorher keine Aspiraten“, sagt Conny Gerritz. „Diesmal wollen schon zwei um die Königswürde schießen.“ Am 12. August lädt die Bruderschaft ab 15 Uhr zum Kinderschützenfest ein.

Am 19. August feiert die Bruderschaft ihr Jubiläumsschützenfest. Zwischen 14 und 15 Uhr wird der König abgeholt. Um 17 Uhr beginnt ein Gottesdienst in der Josefkirche. Regionalbischof Rolf Lohmann hat sein Kommen zugesagt. Er segnet auch die neue Vereinsfahne, die die Bruderschaft herstellen lässt, wie zum letzten verspäteten Jubiläum vor 75 Jahren. „Sie zeigt den heiligen Bernhard von Clairvaux, den Gründer des Zisterzienserordens“, sagt Stephanie Dormann. „Die Darstellung lehnt sich an die Figur des heiligen Bernhard an, die auf der rechten Seite in der Kamper Abteikirche steht.“ Nach dem Gottesdienst wird in der Stadthalle gefeiert. „Wir rechnen mit 350 Gästen“, sagt Karlheinz Vahnenbruck.