Kamp-Lintfort: Bis 2020 Zentrum für Bergbautradition

Kamp-Lintfort: Bis 2020 Zentrum für Bergbautradition

Das Konzept für das Zentrum für Bergbautradition kam im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport gut an. Die Verwaltung wird jetzt die nötigen Fördermittel beantragen.

Das Konzept für das Zentrum für Bergbautradition steht: Jetzt müssen die Fördergelder fließen. 520.000 Euro werden benötigt, um das Zentrum auf dem Zechenareal an der Friedrich-Heinrich-Allee realisieren zu können. Kulturdezernent Christoph Müllmann war gestern Vormittag beim Landschaftsverband Rheinland (LVR), um dort das Kamp-Lintforter Vorhaben vorzustellen.

Christoph Müllmann wird jetzt die nötigen Fördergelder beantragen. Foto: Anja Katzke

Eine Förderzusage konnte er gestern Nachmittag zwar nicht mit in die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport mitbringen: "Denn auch für den LVR ist dieser Betrag nicht alltäglich. Man will sich aber für unser Projekt stark machen und dabei helfen, dass wir Drittmittel beispielsweise aus Stiftungsgeldern erhalten." Das Unternehmen Arndt + Seelig Kommunikationsdesign aus Bielefeld hat das Gesamtkonzept für das Zentrum für Bergmannstradition erarbeitet.

"Es ist toll", sagte Norbert Thiele (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport, nach der Präsentation. Das Pumpenhaus ist als Informationszentrum vorgesehen. In diesem Gebäude sollen die Besucher künftig empfangen werden und von dort aus auf Führungen durch den Lehrstollen, die Alt- und Beamtensiedlung sowie durch das Haus des Bergmanns gehen. Die Fahrt auf den Förderturm kann man dort dann ebenso buchen.

Auf einer Fläche von 105 Quadratmetern erwartet die Besucher im Pumpenhaus außerdem ein Streifzug durch die Bergbaugeschichte. Die Garderobe soll einer Waschkaue nachempfunden sein. Der Ausstellungsbereich ist als ein Themenparcours geplant, in dem zugleich analog und multimedial über Kloster, Kohle, Campus, über den Steinkohlebergbau in Deutschland, über den Bergmann (Beruf und Berufung), die Geschichte des Bergwerks West von der Gründung bis zur Stilllegung sowie weitere touristische Ziele informiert wird. Es soll eine Filmecke eingerichtet werden, und in der Mitte des Saales will man Teile der Sammlung des Geologischen Museums präsentieren. Die komplette Sammlung des vor einigen Jahren stillgelegten Museums kann im künftigen Informationszentrum nicht gezeigt werden. "Was damit passiert, müssen wir perspektivisch sehen", erklärte Müllmann in der gestrigen Sitzung. Das Archiv des Geologischen Museums befindet sich zurzeit im Schulzentrum.

Ein Vertreter des mit der Konzepterstellung beauftragten Unternehmens Arndt + Seelig, Klaus Seelig, zog den Politikern gleich einen Zahn: "Es entsteht kein Museum. Dafür reicht der Platz nicht." Das, was er vorstellte, klang dennoch vielversprechend. So ist für das Pumpenhaus ein Farbkonzept in Schwarz und Weiß geplant. Ein Highlight dürfte der Blick in die Erdzeitalter werden. Es ist ein Durchbruch in den Keller geplant. Zum Zentrum für Bergbautradition gehören auch der Lehrstollen, der einen Einblick in die Arbeitswelt der Bergleute gibt. Das bereits bestehende Konzept soll durch szenische Beleuchtungen und Videos über die Arbeit unter Tage verstärkt werden.

Im Haus des Bergmanns bleibt die Inszenierung der Wohnverhältnisse in den 1920er Jahren erhalten. In den anderen Räumen steht die Siedlungsgeschichte rund um die Zeche im Fokus - unter anderem mit einem 3D-Modell. Der Schirrhof, der direkt gegenüber von Pumpenhaus und Lehrstollen liegt, wird in seinen ursprünglichen Zustand versetzt und eine Freiluft-Ausstellung beherbergen. Die Stadt hat bereits ein Betreiberkonzept erstellt und setzt aufs Ehrenamt. So soll die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition, linker Niederrhein, das Zentrum führen. Geplant ist, die Stelle eines hauptamtlichen Geschäftsführers in Teilzeit einzurichten, damit der Betrieb gewährleistet ist. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, den nötigen Förderantrag beim LVR zu stellen.

(RP)