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Besonderes Angebot in Kamp-Lintfort: Gottesdienst mit dreifachem Helau

Besonderes Angebot in Kamp-Lintfort : Ein Gottesdienst mit dreifachem Helau

Diakon Werner Hüning predigte beim ersten karnevalistischen Gottesdienst im Festzelt in Reimform.

Schon seit 2007 predigt Werner Hüning am Karnevalswochenende in Reimform. „Ich bin karnevalistisch angehaucht“, erzählt der Diakon der Pfarrgemeinde St. Josef. „Früher bin ich außerdem in St. Marien in die Bütt gegangen.“ Er predigt in sieben Gottesdiensten, am Nelkensamstag in Saalhoff, Kamp und Eyll sowie am Tulpensonntag im Krankenhaus, in Kamp und zweimal in St. Josef. In diesem Jahr kam ein achter hinzu. Er hielt am Sonntagnachmittag beim ersten karnevalistischen Gottesdienst die Predigt im Festzelt, das neben den Stadtwerken an der Wilhelmstraße aufgebaut ist.

Hüning sprach zur Premiere über die christliche Nächstenliebe, die von Jesus auch auf die Feinde ausgedehnt wurde. „Nicht Aug um Auge, Zahn um Zahn, auf die Liebe kommt es an“, reimte er als Motto, das er nach jedem längeren Gedankengang wiederholte. Er arbeitete heraus, wie schwer es sei, dieses Gebot der Feindesliebe zu leben. Er wurde dabei manchmal politisch, kritisierte zum Beispiel den Todeslauf in Hanau, der mit rechtsextremem Gedankengut und Hass auf andere zusammenhänge.

Nach der Eucharistiefeier, die von Pfarrer Michael Ehrle zelebriert wurde, stimmte Werner Hüning den Karnevalklassiker „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel“ von Jupp Schmitz an, den er mit dem Refrain „Wir wollen alle, alle, alle in den Himmel“ unterlegte. Der Pfarrer und der Diakon schlossen den karnevalistischen Gottesdienst mit einem dreifachen Helau ab. „Das war ein Sternenstunde des Karnevals“, zeigte sich nicht nur KKV-Ehrensenator Heiner Lehmbrock begeistert.

Kleiner Wermutstropfen: Vielleicht auch wegen des ungemütlichen Wetters war der Gottesdienst nur von 100 Karnevalisten besucht. Für 700 wäre im Festzelt Platz gewesen. Unter den anwesenden Karnevalisten waren auch Jugendprinz Max I. sowie sein Adjutant und Bruder Felix Koschare. Sie waren Messdiener wie sie sonst Messdiener in der Kirche St. Josef sind. Von ihnen stammte die Idee, einen Karnevalsgottesdienst zu feiern. Eingebunden in die Vorbereitung war Dieter Dormann, der Brudermeister der St.-Michael-Bruderschaft Saalhoff, der auch das Erntedenkfest Anfang Oktober in der Scheune des Hoogenhofes in Saalhoff mitorganisiert.

Der Besuch wäre wahrscheinlich auch besser gewesen, wenn nicht die Kindersitzung des Kamp-Lintforter Karnevalsvereins auf den Tulpensonntag geschoben worden wäre. Zu dieser Sitzung waren 620 junge und alte Jecken gekommen. Zum ursprünglichen Termin der Kindersitzung vor zwei Wochen war das Sturmtief Sabine über das Festzelt gezogen. Pfarrer Michael Ehrle sagte, beim nächsten „Gottesdienst mit Gottes Segen“ werde es hoffentlich nicht so windig und regnerisch sein. Damit kündigte er eine Wiederholung des neuen Formats im Festzelt an.

Dem Gottesdienst schloss sich ein närrisches Programm an, das kostenlos war. Gebucht waren Bauchredner Fred van Halen mit seinem Vogel Aky, Partymusiksänger Julius Müller, die Moerser Showtanzgruppe Calypso und die Musikgruppe „Ruhrpott Mädels“. Außerdem traten das Solomariechen Lea des Karnevalskomitees Kolping sowie das Duo Vivien und Silla des Kamp-Lintforter Karnevalsvereins auf.