Bergbau-Vergangenheit und Industriekultur Kamp-Lintfort legt eine Extraschicht ein

Kamp-Lintfort · Der Zechenpark steht 2024 im Fokus: Die Stadt Kamp-Lintfort beteiligt sich an der Extraschicht, organisiert ein Zechenparkfest und ist eine Woche lang Lokal Hero im Jubiläumsjahr der „Route der Industriekultur“. So sieht die Programmplanung aus.

Für die Extraschicht plant die Stadt wieder eine Lichtshow mit pyrotechnischen Effekten.

Für die Extraschicht plant die Stadt wieder eine Lichtshow mit pyrotechnischen Effekten.

Foto: Norbert Prümen

Die Bergbauvergangenheit Kamp-Lintforts beschert der Stadt 2024 wieder drei besondere Veranstaltungen. Am 1. Juni legt Kamp-Lintfort nach 2022 erneut eine Extraschicht ein. „Wir haben den Zuschlag als Spielort erhalten“, betont Susanne Rous, Leiterin des städtischen Kulturbüros. Einen Tag später findet das Zechenparkfest statt. Und vom 19. bis zum 25. August darf sich Kamp-Lintfort als Local Hero rühmen. Eine Woche lang liegt der Spot auf den noch jungen Ankerpunkt der Route der Industriekultur. Das industriekulturelle Netzwerk in der Trägerschaft des Regionalverbandes Ruhr (RVR) feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Seit 2021 steht der gelbe Pin, das Symbol der Route der Industriekultur, am Schirrhof.

Seit 2021 ist Kamp-Lintfort ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur. Im Jubiläumsjahr steht die Stadt als „Lokal Hero“ im Fokus.

Seit 2021 ist Kamp-Lintfort ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur. Im Jubiläumsjahr steht die Stadt als „Lokal Hero“ im Fokus.

Foto: Norbert Prümen

Im Kulturbüro Kamp-Lintfort läuft bereits die Planung für alle drei Veranstaltungen, die im Zechenpark stattfinden werden. Man will den Besuchern ein breites und buntes Programm anbieten. Für die Extraschicht, die von der Ruhr Tourismus GmbH vermarktet wird, hat die Stadt Mittel in Höhe von 50.000 Euro im Haushalt eingestellt. Von der Ruhr Tourismus GmbH erhält sie einen Zuschuss von 10.000 Euro für die Realisierung der langen Nacht der Industriekultur. „Wir gehen davon aus, dass wir davon voraussichtlich nur 40.000 Euro benötigen werden“, sagt die Leiterin des Kulturbüros.

Stadtwerke Kamp-Lintfort und Sparkasse Duisburg sorgen für eine weitere finanzielle Unterstützung der Veranstaltung. Spielorte der Extraschicht sind der Quartiersplatz und der Schirrhof. An beiden Standorten will das Kulturbüro mit musikalischen Auftritten, Kunst, Theater, Gastronomie, Mitmach-Angeboten und Führungen ein Komplettangebot zusammenstellen. „Ein besonderes Highlight wird die Lichtshow am ehemaligen Förderturm des Bergwerks Friedrich Heinrich sein, der mit pyrotechnischen Effekten und einer Klangkollage aus Bergwerksgeräuschen und Musik bespielt wird“, verrät Susanne Rous. Mit der Teilnahme an der Extraschicht erhält Kamp-Lintfort die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren.

„Die Besucher reisen aus dem ganzen Ruhrgebiet an“, weiß die Leiterin des Kulturbüros. Dennoch nimmt die Stadt nur alle zwei Jahre an der Nacht der Industriekultur teil. „Der Aufwand ist sehr hoch“, erläutert Kulturdezernent Christoph Müllmann den Grund. „Wir brauchen zum Beispiel Mitarbeitende an den Einlässen.“ Das Zechenparkfest am Tag drauf wird von den Vereinen und Verbänden in Kamp-Lintfort getragen. „Wir nutzen am Sonntag, 2. Juni, die Infrastruktur der Extraschicht für ein Familienfest“, berichtet der Kulturdezernent. Für beide Veranstaltungen werden übrigens Gastronomen für die Getränkestände und das kulinarische Angebot gesucht. Für das Zechenparkfest sind Mitmachaktionen der Kamp-Lintforter Jugendeinrichtungen geplant. Die Besucher sollen sich auf Ballonkunst, Kindertheater und Bands freuen. Der Förderverein Landesgartenschau 2020 und viele weitere Akteure wollen sich einbringen.

Auch das Programm für die Lokal Hero-Woche vom 19. bis zum 25. August ist bereits in Planung. „Der Höhepunkt ist für Sonntag, 25. August, geplant. Dann findet von 15 bis 18 Uhr ein Picknick im Park statt, bei dem wir von dem industriekulturellen Netzwerk der Route der Industriekultur unterstützt werden“, berichtet Susanne Rous. Im südlichen Teil des Zechenparks sind an diesem Tag Sport- und Freizeitangebote und Programm für Kinder und Familien geplant. Auch die Skater-Gruppe, die sich im Zechenpark gebildet hat, will an der Pumptrack für Programm nach dem Motto „Skaten, Streetart und Streetfood“ sorgen. Außerdem sind Führungen an drei Standorten geplant: Förderturm, Lehrstollen und Haus des Bergmanns.

Am Tag nach der Extraschicht findet ein Zechenparkfest statt. Die Stadt nutzt die Infrastruktur, die noch vom Vortag da ist.

Am Tag nach der Extraschicht findet ein Zechenparkfest statt. Die Stadt nutzt die Infrastruktur, die noch vom Vortag da ist.

Foto: Norbert Prümen

Programm wird es in der Lokal Hero-Woche täglich geben. Für den 20. August ist die Radtour „Kohlerunde“ geplant. Am 21. August gibt es Jazz am Schirrhof in Zusammenarbeit mit dem Verein Kulturprojekte Niederrhein. Am 22. August laden die Veranstalter zur Yoga-Session auf dem Förderturm ein und am 24. August findet ein Gesundheitstag auf dem Quartiersplatz statt.

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