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Baustart für die Mensa der Ernst-Reuter-Grundschule Kamp-Lintfort

Erster Spatenstich in Kamp-Lintfort : Baustart für die Mensa an der Reuter-Schule

Am Mittwoch erfolgte der erste Spatenstich für das 1,2 Millionen Euro teure Gebäude, in dem auch Kulturveranstaltungen stattfinden sollen.

Darauf hat die Ernst-Reuter-Grundschule an der Mittelstraße lange gewartet: Endlich bekommt sie eine eigene Mensa. Am Mittwoch fand der offizielle erste Spatenstich für das Bauvorhaben statt. Im Frühjahr 2021 soll das 1,2 Millionen Euro teure Gebäude fertiggestellt sein. Finanziert wird das Vorhaben über das Landesprogramm Gute Schule 2020.

Schulleiterin Silke Roth schilderte, wie wichtig der Neubau ist. Weil die Schule über keine eigene Mensa verfügt, muss der Keller des schräg gegenüber liegenden, ehemaligen Pfarrheims St. Barbara als Notbehelf herhalten. Seit zehn Jahren schon müssten Kinder, die im Offenen Ganztag betreut werden (derzeit sind es 120), deshalb mittags über die Mittelstraße geführt werden. „Das ist eine Menge Arbeit für die Betreuerinnen“, sagte Roth. Zum Glück sei dabei bisher nichts passiert.

 Roth freute sich auch darüber, dass die Schule in die seit 2017 (damals war noch Christine Buyken Schulleiterin) laufenden Planungen einbezogen worden sei und ihr kultureller Schwerpunkt berücksichtigt werde. Denn tatsächlich entsteht nicht bloß eine Mensa mit Küche, sondern ein 700 Quadratmeter großes Multifunktionsgebäude. Darin wird es auch eine große Bühne für Aufführungen geben sowie Platz genug für insgesamt 400 Zuschauer, davon 300 sitzende. Komplettiert wird der Neubau durch ein Selbstlernzentrum für die Mädchen und Jungen. „Eine Bücherei, hätte man früher gesagt.“ Auch die sei zurzeit im Keller des Pfarrheims untergebracht, sagte Roth.

So soll die neue Mensa aussehen. Im Frühjahr 2021 soll das Gebäude fertiggestellt sein. Foto: Stadt Kamp-Lintfort

„Die Schule war die erste, die beim Jekits-Projekt mitgemacht hat“, sagte Dezernent Christoph Müllmann zum Stichwort „Kultur“. Jekits steht für das Programm Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen. Bekannt sind die Ernst-Reuter-Schüler für ihre tollen Konzerte. Auch die Gäste des ersten Spatenstichs bekamen einen Eindruck von ihrem Können. Die Kinder begrüßten sie mit Flötenspiel und Gesang. „Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss zur Ernst Reuter gehen. Stein auf Stein, Stein auf Stein, die Mensa wird bald fertig sein…“, sang der Chor zur allgemeinen Freude.

Bürgermeister Christoph Landscheidt stellte den Mensa-Neubau in einen größeren Zusammenhang. „Die Ganztagsbetreuung steht bei uns ganz oben“, sagte er. „Das ist die berechtigte Erwartung der Eltern.“ Die Nachfrage sei enorm hoch. „Manchmal müssen wir Eltern auch enttäuschen, weil nicht genug Mittel da sind.“ Derzeit nutze jedes zweite Kind in Kamp-Lintfort das Angebot der Offenen Ganztagsschule. Weil die Landeszuweisungen nicht ausreichten, müsse die Stadt jedes Jahr eine halbe Million Euro aus dem eigenen Haushalt für den Offenen Ganztag ausgeben. „Das ist keine kommunale Aufgabe“, kritisierte Landscheidt. Ohne höhere Zuwendungen sei eine Umsetzung des Anspruchs auf einen Ganztagsplatz, wie es das Bundeskabinett für 2025 verabschiedet habe, nicht denkbar.

Das Gute-Schule-2020-Paket in Kamp-Lintfort umfasst insgesamt vier Vorhaben: Fertiggestellt ist eine Mensa an der Grundschule am Niersenberg, fast fertiggestellt ein neuer Klassentrakt an der Europaschule. Neben dem Neubau an der Ernst-Reuter wird im April ein Mensa-Neubau an der Pappelsee-Grundschule beginnen, erläuterte Dezernent Müllmann die Planung.