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Kamp-Lintfort: Bauchschuss: Täter ist auf der Flucht

Kamp-Lintfort : Bauchschuss: Täter ist auf der Flucht

Bei einer Schießerei ist in Kamp-Lintfort ein Mann schwer verletzt worden. Offenbar eskalierte ein Streit zwischen dem Opfer und dem mutmaßlichen Täter. Am Tatort gab auch ein Polizist einen Warnschuss mit seiner Dienstwaffe ab.

Es ist 19 Uhr, als es am Donnerstag in Kamp-Lintfort auf offener Straße zu einem Streit zwischen einem 39-Jährigen aus Mazedonien und seinem etwa 30-jährigen Landsmann kommt. Plötzlich fallen zwei Schüsse. Der 39-Jährige sinkt, in den Bauch getroffen, zu Boden. Aus dem benachbarten Café Klatsch eilt die Wirtin herbei, kümmert sich bis zum Eintreffen des Notarztes um den Mann, der zu diesem Zeitpunkt in Lebensgefahr schwebt.

 Die Fundorte der Patronenhülsen wurden von der Polizei markiert. Der Kreis kennzeichnet die Stelle, die Abkürzung H2 steht für "Hülse zwei".
Die Fundorte der Patronenhülsen wurden von der Polizei markiert. Der Kreis kennzeichnet die Stelle, die Abkürzung H2 steht für "Hülse zwei". Foto: K. Dieker

Noch bevor die Retter eintreffen, fällt ein weiterer Schuss. Er stammt von einem Polizisten, der zufällig in der Nähe ist und die Schüsse gehört hat. Der Diensthundeführer aus Wesel eilt sofort in Richtung Tatort. In Sichtweite des Cafés entdeckt er zwei flüchtende Männer, einer davon hat eine Pistole dabei. Der Polizist fordert sie auf, stehen zu bleiben, gibt schließlich einen Warnschuss ab. Der mutmaßliche Täter wirft seine Waffe weg, sein Begleiter legt sich auf den Boden. Während dieser festgenommen werden kann, gelingt dem Schützen die Flucht. Noch immer fahndet die Polizei nach dem Täter. Sie sucht nach einem Mann, der rund 1,90 Meter groß ist, dunkle Haare hat und bei der Tat eine schwarze Jeans und ein blaues T-Shirt trug.

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Am Morgen danach erinnern vor allen Dingen die neongelben Markierungen, die die Polizei auf den Bordstein gesprüht hat, an das Drama, das sich Stunden zuvor ereignet hatte. Zwei Kreise zeigen, wo die Patronenhülsen des Schützen gefunden wurden. Auf der anderen Straßenseite, wenige Schritte weiter, zeigt ein weiterer Kreis den Fundort der Waffe, direkt neben einem Gullideckel. Der direkt daneben parkende, silberfarbene Nissan Micra hat bei der Aktion offenbar Beulen abbekommen. Am Tankdeckel kleben noch Streifen mit genauen Zentimeterangaben, die wohl die Spurensicherung angebracht hat. Die Menschen stehen auf der Straße, die Erinnerungen an den vorhergehenden Abend sind das beherrschende Gesprächsthema.

Eine ältere Dame schüttelt den Kopf. "Ich wollte eigentlich einen Krimi im Fernsehen gucken, und plötzlich ist da ein echter Krimi vor meinem Fenster auf der Straße", sagt sie. Überall sei plötzlich Polizei gewesen, die Straße war lange abgesperrt.

Sie deutet auf eines ihrer Nachbarhäuser: "Da vorne lag die Pistole", weiß sie. Bis zu ihr hat sich bereits herumgesprochen, was auch die Polizei wenig später bestätigt: Der Angeschossene hat überlebt, schwebt nicht mehr in Lebensgefahr

Noch nicht klar ist, wie es zu der Bluttat überhaupt kommen konnte. Eine Frau, die die Männer kurz vor der Tat noch gesehen hat, berichtet von einem normalen Gespräch, allenfalls von einem leichten Streit. "Aber das ist doch kein Grund, eine Pistole zu nehmen und jemanden zu erschießen", sagt die Augenzeugin, die auch am Tag nach der Bluttat noch immer mit der Fassung ringt.

(cbr)