Barbaramarkt in Kamp-Lintfort glänzt auch in diesem Jahr

Ganz besondere Atmosphäre : Barbaramarkt glänzt auch in diesem Jahr

Fernsehmoderatorin und Gartenschau-Botschafterin Yvonne Willicks eröffnete das Budendorf in der Lintforter Siedlung. Auf dem Platz vor der einstigen Marienkirche leuchtete eine übergroße Grubenlampe.

Yvonne Willicks reist jedes Jahr aus Hamburg oder Köln nach Kamp-Lintfort, um am Freitagabend vor dem ersten Advent dabei zu sein, wenn in der Lintforter Siedlung der Barbaramarkt eröffnet wird – so auch an diesem Freitag. Die gebürtige Kamp-Lintforterin moderierte auf dem Platz vor der einstigen Marienkirche eine Gesprächsrunde, zu deren Beginn eine übergroße Grubenlampe zu leuchten begann. „Wir lassen es leuchten“, nannte die Fernsehmoderatorin („Servicezeit“) das Motto des diesjährigen Barbaramarktes, nachdem Bergleute der Fördergemeinschaft das Steigerlied „Glückauf, Glückauf“ gesungen hatten.

Die 48 Jahre alte gebürtige Kamp-Lintforterin ist ein Fan des Marktes vor dem Gotteshaus, in dem sie Messdienerin gewesen war und das 2014 in einen Kindergarten umgewandelt wurde. „Der Barbaramarkt hat eine besondere Atmosphäre“, sagt die Moderatorin, die am Freitagabend ehrenamtlich im Einsatz war.

Das fand auch Hans-Peter Niedzwiedz. „Kirche und Turm, Gebäude und Bäume schließen einen Raum ein, der Menschen zusammenführt, in Freude zusammenführt“, sagte der ehrenamtliche Sprecher der Steuerungsgruppe, die den adventlichen Markt organisiert. „Ich höre oft, der Barbaramarkt sei der schönste in Kamp-Lintfort. Aber die drei vorweihnachtlichen Märkte lassen sich nicht vergleichen. Der Barbarmarkt hat immer eine Botschaft. Diesmal lassen wir das Licht leuchten, stellen es nicht unter einen Eimer. Wir lassen es für Kinder leuchten. Das Sternsinger-Mobil informiert am Samstag über 3000 Hilfsprojekte für Kinder.“

Von Freitag bis Sonntag waren 200 Ehrenamtliche bei dem ersten vorweihnachtlichen Markt im Einsatz, zu dem wie im vergangenen Jahr geschätzte 5000 Besucher kamen. Die Helfer nahmen ganz unterschiedliche Aufgaben wahr. In einer Holzbude standen zum Beispiel Lea Pasch und Kevin Bonse vom Verein Garten Eden, um unter anderem Gewürze, Öle und Salze zu verkaufen.

„Wir wollen mit den Besuchern ins Gespräch“, erzählte die neue Projektleiterin des Vereins, die gerade in Kamp-Lintfort ihr Studium der Internationalen Wirtschaft mit dem Magister abgeschlossen hat. „Wir wollen den Garten Eden präsenter und bekannter machen. Am 7. Dezember treffen wir uns um 9 Uhr am Magazingebäude zum Pflanzen. Dann pflanzen wir auf unserer Laga-Parzelle die ersten Bäume.“

Im Obergeschoss des Kindergartens verkauften Elfriede Gerath, Ingrid Müller und Klara Nellen Puppenkleidung, Schürzen, Tischläufer, Taschen sowie selbstgestrickte Socken, Schals und Mützen. „Wir treffen uns jeden Montagnachmittag im Don-Bosco-Heim“, berichtete Klara Nellen. „Wir nähen, stricken und unterhalten uns. Vom Erlös kaufen wir neue Stoffe und neue Wolle. Den Überschuss spenden wir. Beim Barbaramarkt kommen wir mit vielen ins Gespräch.“

Im Erdgeschoss pries Peter Otter als Vorsitzender des Arbeitskreises Mexiko fair gehandelte Produkte an, zum Beispiel Kaffee, Schokolade oder Honig. „Wir unterstützen ein Projekt in der Stadt Progreso“, erzählte er, wenn er mit Besuchern des Barbaramarktes plauschte. „Wir finanzieren ein Krankenfahrzeug mit, das Personen zur Krebstherapie nach Mexiko City bringt.“