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Awo-Kita in Kamp-Lintfort setzt auf die Sprachförderung

Kitas in Kamp-Lintfort : Die Rucksack-Kita im Alten Rathaus

Im Awo-Familienzentrum „Altes Rathaus“ wird die Sprachförderung der Mädchen und Jungen  groß geschrieben.

Das Besondere an dieser Kita ist ihre „richtig schöne kulturelle Mischung“, wie es die dort seit 2012 zuständige Einrichtungsleiterin Brigitte Hirtz beschreibt. „Wir haben hier Kinder aus bis zu 17 verschiedenen Nationen“, erklärt sie. „Das ist nicht immer ganz einfach, vor allem, was die Elternarbeit angeht. Für die Kinder ist das jedoch kaum ein Problem.“ Deren Schwierigkeit sei weniger kultureller, sondern eher sprachlicher Natur. Zumindest am Anfang. Entsprechend großen Wert misst man der Sprachförderung bei, und zwar nicht nur dem Erlernen der deutschen Sprache. Die wird tagsüber ständig vermittelt und heißt offiziell „alltagsintegrierte Sprachbildung“. Mindestens ebenso wichtig ist es jedoch, dass die Kinder auch ihre eigene Muttersprache gut beherrschen, denn inzwischen weiß man, dass der Erwerb einer zweiten Sprache eine gute Beherrschung der Muttersprache voraussetzt.

Das alles geht nur mit intensiver Elternarbeit. So gibt im Awo-Familienzentrum zum Beispiel ein sogenanntes Rucksackprogramm, das Eltern mit Migrationshintergrund einmal die Woche in den Kita-Räumen zusammenkommen lässt und sie dabei mit allerlei zweisprachigen Spiel- und Bastelvorschlägen vertraut macht, die dann zu Hause weiter ausprobiert werden können. Darüber hinaus ist das Familienzentrum „Altes Rathaus“ Teil eines speziellen Landesförderungsprogramms mit dem Namen „Plus-Kita“. Dabei erhalten die beteiligten Kindertagesstätten fünf Jahre lang eine zusätzliche finanzielle Unterstützung, um bei Kindern aus Familien mit geringem Einkommen oder Migrationshintergrund eventuell vorhandene Bildungsnachteile auszugleichen. So steht Kita-Leiterin Brigitte Hirtz neben neun Erzieherinnen und einem Erzieher zusätzlich noch eine türkische Sozialpädagogin zur Seite, die sich um die häusliche Förderung der Kinder und ihrer Familien kümmert.

Ansonsten unterscheidet sich das Familienzentrum „Altes Rathaus“ jedoch nicht groß von anderen Einrichtungen seiner Art. Die dort zurzeit betreuten 60 Kinder sind in drei Stammgruppen aufgeteilt, zwei davon für Drei- bis Sechsjährige, und eine altersgemischte Gruppe für Kinder von vier Monaten bis sechs Jahren. Jede Gruppe hat zwei feste Erzieherinnen und einen eigenen Gruppenraum mit einer Küche. Daneben gibt es diverse Funktionsräume, zum Beispiel eine kleine, gut ausgestattete Turnhalle und einen Kreativraum zum Basteln und Malen, dessen Tische auch schon mal mit Rasierschaum zum Matschen besprüht werden. Jeder Funktionsraum hat zudem einen eigenen Waschraum. Außerdem steht ein schönes Außengelände mit allerlei Spielgeräten, darunter einer Rutsche und einem Kletterseilgarten zur Verfügung. Daneben wird die zentrale Stadtlage aber auch häufiger für Ausflüge ins Stephanswäldchen und in die Mediathek genutzt.

Der Awo-Kindergarten „Altes Rathaus“ hat grundsätzlich zwei zeitliche Betreuungsangebote, eines mit 35 Stunden pro Woche, von 7.30 bis 12.30 Uhr und nach einer 90-minütigen Pause nochmal von 14 bis 16 Uhr und eines über 45 Stunden pro Woche durchgehend von 7 bis 16 Uhr. Alle Kinder bekommen mittags ein frisch gekochtes Essen, wobei die Kleinen einen eigenen Essraum haben. Außerdem gibt es gegen einen monatlichen Betrag ein aus viel Obst und anderen gesunden Sachen bestehendes Frühstücksbüffett.

Und wie finden die Kinder ihre Kita? „Toll“, meint die sechsjährige Misa. Sie ist am liebsten in der Mensa, weil es dort „so viele schöne Spiele“ und öfter mal ihr Lieblingsgericht „Königsberger Klopse“ gibt.

Info über das Awo-Familienzentrum „Altes Rathaus gibt es unter 02842 10423.