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Auf der Schirrhof-Baustelle in Kamp-Lintfort.

Stadtentwicklung in Kamp-Lintfort : Auf der Schirrhof-Baustelle

Bis zur Eröffnung der Landesgartenschau am 17. April soll das Zentrum für Bergbautradition mit Info-Zentrum und Lehrstollen fertiggestellt sein. Der Innenausbau im Schirrhof dauert aber länger. Bewerbungen für die Leitung liegen vor.

Schon zum 1. Februar könnte die Leitung des Informationszentrums „Stadt und Bergbau“ ihre Arbeit aufnehmen. Die Ausschreibung der neu eingerichteten Position ist abgeschlossen, erste Bewerbungen liegen im Rathaus vor. Wie Christoph Müllmann, Erster Beigeordneter in Kamp-Lintfort, auf Anfrage unsere Zeitung mitteilte, sollte die Entscheidung zum Jahreswechsel fallen. Das Infozentrum ist Teil des Zentrums für Bergbautradition, das auf dem Gelände des Schirrhofes, dem früheren Ausbildungsbereich des 2012 stillgelegten Bergwerks West, aktuell entsteht. Eingerichtet wird es im Pumpenhaus. Dort waren die Umbauarbeiten im April 2019 gestartet. Bis zur Landesgartenschau, die am 17. April beginnt, sollen laut Christoph Müllmann die Arbeiten im Pumpenhaus und Lehrstollen fertig gestellt sein. „Auch das Außengelände wird rechtzeitig zur Gartenschau ansprechend gestaltet und präsentierbar sein“, berichtete der Erste Beigeordnete.

Die Baumaßnahme im hufeisenförmig angelegten Schirrhof hingegen, in dem unter anderem die Ausbildungswerkstatt der Kamp-Lintforter Zeche untergebracht war, wird während der Landesgartenschau weiter laufen. „Das ist seit langem klar, weil es sich um eine aufwendige Baumaßnahme mit Schadstoffsanierung handelt“, erläuterte Christoph Müllmann. Im Schirrhof, in dem neben einer neuen Kindertagesstätte auch die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition ein neues Vereinsheim gefunden hat, muss die komplette Haustechnik (Wasser, Heizung, Strom) erneuert werden. Auch die bislang geschlossene Remise, die als ein offenes Bergbau-Museum mit der Präsentation von Bergbau-Maschinen hergerichtet werden soll, wird noch nicht zur Landesgartenschau in Betrieb gehen können. „Die Großgeräte werden zurzeit vom Tüv Nord saniert und auf dem Außengelände ausgestellt sein“, betont Müllmann. Die Aufgaben der künftigen Leitung des Informationszentrums sind vielfältig und umfassen nicht nur das Projekt- und Veranstaltungsmanagement. Erwartet wird die Kooperation mit Partnern aus den Bereichen Bildung und Kultur, die Entwicklung und Durchführung von museumspädagogischen Programmen, Workshops und weiteren Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen. Zum Arbeitsauftrag gehören außerdem die Akquise von Förder- und Sponsoringmitteln sowie die Organisation von Führungen. Die Leitungsposition ist in Teilzeit mit einem Umfang von 20 Wochenstunden konzeptioniert. Das Informationszentrum im Pumpenhaus ist kein Museum. Auf einer Fläche von 105 Quadratmetern sollen die Besucher empfangen werden und von dort aus auf Führungen durch den Lehrstollen, die Alt- und Beamtensiedlung sowie durch das Haus des Bergmanns gehen. Die Fahrt auf den Förderturm wird man dort ebenfalls buchen können. Auf die Besucher wartet zudem ein Streifzug durch die Bergbaugeschichte. So wird die Garderobe beispielsweise einer Waschkaue nachempfunden sein.

Der Ausstellungsbereich ist als Themenparcours geplant, auf dem über den Steinkohlenbergbau, den Beruf des Bergmanns, die Geschichte der Kamp-Lintforter Zeche von der Gründung bis zur Stilllegung sowie weitere touristische Ziele informiert wird. Die Bauarbeiten sind laut Ersten Beigeordnetem im Pumpenhaus abgeschlossen. Jetzt geht es mit den Schreinerarbeiten an die Inneneinrichtung des Gebäudes.