ASD Kamp-Lintfort: Sportgruppe stärkt und fördert die Kinder

Serie Keine Angst vor dem Jugendamt : Sportgruppe stärkt und fördert die Kinder

Der Allgemeine Soziale Dienst hat Projekte entwickelt, die Kinder stark machen sollen – so wie die Sportgruppe für Sechs- bis Zwölfjährige.

„Hühnerball“ spielen die acht Jungen und Mädchen am liebsten. Trampolinspringen und Geschicklichkeitsspiele kommen aber ebenso gut an. Die Sportgruppe, die sich jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr trifft, ist eines von mehreren Projekten, die die Stadtteilteams des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Stadt Kamp-Lintfort (ASD) als Angebote für die Familien entwickelt haben, die sie betreuen. „Diese Projekte sind ein wesentlicher Bestandteil der Jugendarbeit in Kamp-Lintfort. Es gibt nur wenige, die ein solches Konzept fahren. Hier fragt man sich aus Sicht der Jugendhilfe: Was würde den Kindern und den Familien gut tun?“, betont Tim Werkmeister. Der Sozialpädagoge ist beim Neukirchener Erziehungsverein beschäftigt. Im Auftrag des Jugendamtes betreut er zusammen mit Michael Hirsch, Mitarbeiter der Stadt, die Sportgruppe. Sie besteht schon seit mehreren Jahren. Ermöglicht wird sie durch die konsequent umgesetzte Ressourcenarbeit, Vernetzung und die sozialraum-orientierte Arbeit des Jugendamtes. Insgesamt acht Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren besuchen die Sportgruppe.

„Sie richtet sich an besonders bewegungsintensive Kinder“, erläutert Tim Werkmeister. Sich mal richtig auszupowern, sportliche Erfolgserlebnisse für sich selbst zu verbuchen, eigene Fähigkeiten zu entdecken und sich in einer Gruppe zu integrieren – das alles sollen die Jungen und Mädchen erfahren. Das langfristige Ziel: die Kinder in einen Verein zu bringen, in dem sie sportlich Anschluss finden können.

„Bei uns können sie herausfinden, welche Sportart ihnen Spaß machen und welcher Verein vielleicht der richtige sein könnte“, sagt Michael Hirsch. „Alles andere fangen wir auf.“ Der gelernte Informatiker ist über die soziale Arbeit zum Jugendamt gekommen. Seit drei Jahren ist er in der Sportgruppe dabei. Er hat 2018 den Übungsleiterschein absolviert, so dass die Gruppe unterschiedliche Bewegungsangebote ausprobieren kann. Ein wichtiges Lernziel: Regeln einhalten. „Das beginnt schon in der Umkleidekabine“, sagt er. Bevor es losgeht, treffen sich die Kinder mit ihren Betreuern zum Startkreis. Es wird gemeinsam besprochen, was an diesem Nachmittag gemacht wird. Im Anschluss geht es im freien Spiel um das Austoben und Aufwärmen, bevor Sportarten wie Handball, Basketball, Hockey oder Trampolin auf dem Programm stehen. „Richtig harte Arbeit ist für die Kinder jedes Mal die Abschlussrunde. Denn dann sollen sie uns Rückmeldung geben. Es geht darum, den Nachmittag zu reflektieren, nachzuhalten, was Spaß gemacht hat und was eben nicht. Das fällt ihnen oft noch schwer“, betont Sozialpädagoge Tim Werkmeister.

Michael Hirsch und Tim Werkmeister betreuen die Sportgruppe. Foto: Anja Katzke

Noch wichtiger ist aber, dass die Mädchen und Jungen gerne in die Sportgruppe kommen, sich aufgehoben fühlen und Spaß an der Bewegung haben. „Bei uns dürfen sie auch Spielkameraden mitbringen“, sagen die Betreuer. Wichtig ist Werkmeister und Hirsch der gute Kontakt zu den Eltern. „Sie müssen das mittragen. Und tun es auch. Vor kurzem haben wir zusammen am Rossenrayer See gegrillt.“ Hirsch und Werkmeister freuen sich, wenn sie den Kindern einen Weg ebnen können – wie jetzt in ein Praktikum, zur Jugendfeuerwehr und zum Parcouring der mobilen Jugendarbeit.

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