Kamp-Lintfort: Anwohner fordern: Fuß vom Gas!

Kamp-Lintfort : Anwohner fordern: Fuß vom Gas!

Seit Jahren setzt sich Stefano Heitmann für eine Tempo-Reduzierung auf der Saalhoffer Straße ein - bislang ohne Erfolg.

"Es grenzt wirklich an ein Wunder, dass auf der Saalhoffer Straße noch nichts Schlimmes passiert ist", erklärt Stefano Heitmann. Er wohnt selbst in der Nähe der Landesstraße, die nach Alpen führt, und beobachtet fast tägliche brenzlige Verkehrssituationen. "Die Autos fahren viel zu schnell. Wenn ein Lkw vorbeidonnert, bekommt man es mit der Angst zu tun, besonders auch im Ampelbereich Vierquartieren", betont Heitmann, der Vorsitzender der Grünen in Kamp-Lintfort ist. Er sorgt sich vor allem um die Sicherheit der Schulkinder, die auf Saalhoffer Straße unterwegs sind. An der Fasanenstraße liegen eine Grundschule und zwei Kindergärten. Heitmann steht im Kontakt mit der dortigen Schulleitung.

Auf der Saalhoffer Straße ist Tempo 70 erlaubt. Bereits vor etwa vier Jahren forderte man gemeinsam eine Temporeduzierung auf 50 - ohne Erfolg. "Straßen NRW begründete dies damit, dass es sich bei dieser Landesstraße um keinen Unfallschwerpunkt handle." Die Stadt, so Heitmann, habe aber zumindest auf Saalhoffer und an der Ausfahrt Fasanenstraße Schilder montiert, die Autofahrer darauf hinweisen, dass der Radweg in Richtung Alpen gegenläufig befahren wird.

Das reicht dem Politiker aber nicht aus: Der Fuß- und Radweg sei in einem desolaten Zustand und zu schmal. Außerdem fehle auf dieser Straßenseite die Beleuchtung. "Im Winter ist es dort zu dunkel", sagt er. Der Grüne ist überzeugt, dass eine Entschärfung der Gefahrensituation auch ohne großen Aufwand machbar sei. "Das Tempo-70-Schild hinter der Bushaltestelle müsste um 300 Meter weiter verlegt werden." Heitmann will jetzt einen erneuten Vorstoß wagen. Er plant einen Ortstermin, zu dem er alle Behördenvertreter einladen will - auch aus dem Landesministerium für Verkehr.

Straßen NRW teilte gestern auf RP-Anfrage mit, dass die Straßenverkehrsbehörde, also die Stadt, in dieser Sache auf Landesbehörde zukommen und begründen müsse, warum an dieser Stelle eine Reduzierung der Geschwindigkeit erforderlich sei. Das klingt zwar einfach, ist es laut Kämmerer Martin Notthoff aber nicht. "Wir haben uns wegen der Saalhoffer Straße bereits an Straßen NRW gewendet. Das Ergebnis war stets gleich." Notthoff sieht selbst jedoch aktuell keinen Handlungsbedarf. Man habe Geschwindigkeitsmessungen vornehmen lassen, die nur selten relevante Überschreitungen ergeben hätten.

(RP)