Anprobe! Wer wird noch Kalli-Träger in Kamp-Lintfort?

Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort : Anprobe! Wer wird noch Kalli-Träger?

„Kalli“ ist der Sympathieträger der Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort (17. April bis 11. Oktober). Er wird die Besucher in den Parks begrüßen.

Als „Kalli“ erlebt man was: Sein bisher größtes Erlebnis hatte Uli Richter vor fast 30.000 jubelnden Fußballfans in der MSV-Arena in Duisburg. „Das war einfach mega, als wir ins Stadion eingelaufen sind“, schwärmt der Kamp-Lintforter. Uli Richter ist der Mann, der auf kleinen wie großen Veranstaltungen in „Kalli“ steckt und als Botschafter für die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort wirbt. Im Wechsel mit Tanja Hoog schlüpft er in das Erdmännchen-Kostüm und bricht auf jeder Veranstaltung das Eis. „Wenn ich das Kostüm trage, dann bin ich Kalli. Es ist schön, mich so für die Landesgartenschau einbringen zu können. Kalli ist einfach meine Berufung“, sagt er schmunzelnd.

Nicht anders ergeht es Tanja Hoog, die mit Richter nicht nur ein Team bildet, sondern inzwischen auch befreundet ist. Liedermacher Volker Rosin hat sie kennengelernt. „Ich fand ihn als Kind schon toll. Und jetzt durfte ich als Kalli mit ihm tanzen.“ Auf der Beach Party lernten Hoog und Richter die Schlager-Prominenz kennen, auf dem Sparkassen-Fest begegneten sie Kabarettisten wie Kai Magnus Sting und Markus Krebs. Wenn die Landesgartenschau am 17. April 2020 eröffnet, will die Laga-GmbH weitere Kalli-Träger fürs Veranstaltungsjahr engagieren. Tanja Hoog und Uli Richter hatten vor anderthalb Jahren den Aufruf der Laga-GmbH gelesen: „Es wurden Kalli-Träger gesucht“, erzählt Tanja Hoog. „Ich bin eine Frohnatur und mache alles mit, was anderen eine Freude bereiten könnte. Es macht mir Spaß, Menschen zum Lachen zu bringen. Und durch Kalli stecken wir sozusagen mittendrin im Geschehen.“

Maskottchen-Träger zu sein, war für beide erstmal Neuland: Tanja Hoog arbeitet als Bürokauffrau, Uli Richter ist bei Berger in Kamp-Lintfort für den Bereich Waren-Eingang und Logistik zuständig. „Ein bisschen Erfahrung im Bereich der Unterhaltung habe ich in einer Theatergruppe gesammelt“, erzählt der 56-jährige Kamp-Lintforter. „Wir haben kleine Programme für private Feste zusammengestellt.“ Und er ist begeisterter Disco-Fox-Tänzer. Zusammen mit seiner Ehefrau ist er im Tanzzentrum Niederrhein aktiv. Klar, dass er als Kalli auch mal eine flotte Sohle aufs Parkett legt. „Er klettert in dem Kostüm auf Hüpfburgen, hopst auf Trampolinen und legt kurze Sprints hin, während ich es in dem Kostüm gerade mal schaffe, durch eine Turnhalle zu laufen“, erzählt Tanja Hoog lächelnd.

 „Kalli“ wiegt für seinen Träger schwer, fünf Kilo bringt das Kostüm genau gesagt auf die Waage. Allein der Kopf, der zwar allerliebst dreinschaut, wiegt drei Kilo und wird von den Schultern gehalten. Das Sichtfeld ist eingeschränkt. Ventilatoren bringen frische Luft, einer sorgt für die Abluft. „Vor etwa anderthalb Wochen sind dann die zwei Lüfter im Halsbereich dazugekommen“, erläutert Uli Richter die Technik im Innern. Das Kostüm kostet 4500 Euro und wurde von einer Spezialfirma gefertigt. Beim Anziehen brauchen die Maskottchen-Träger Hilfe: „Rein kommt man ja noch allein, raus aber nicht“, so Hoog. Unterm Pelz befindet sich eine atmungsaktive Aufpolsterung aus Viskose. Die kann man waschen. Kopf und Pfoten sind die weiteren Bestandteile des Maskottchens, das ein Erdmännchen in Bergbau-Kluft darstellt. Die Laga-GmbH sucht für das nächste Jahr, wenn die Gartenschau öffnet, weitere Maskottchen-Träger. „Sie sollten nicht größer als 1,78 Meter und von guter Kondition sein“, wissen Tanja Hoog und Uli Richter aus eigener Erfahrung.

„Man darf auch keine Platzangst haben, denn im Kopf ist es schon recht eng.“ Doch die körperliche Fitness macht „Kalli“ nicht alleine aus: „Berührungsängste darf man nicht haben, und mit Kindern sollte man gut umgehen können. Man darf nicht steif rum stehen und sollte auf die Menschen zu gehen“, sagt die 37-Jährige Hoog. „Kalli“ fliegen heute die Sympathien zu. Dass ist seinen Trägern zu verdanken. 2018 hatten sie 17 Einsätze, dieses Jahr liegen sie schon bei zwölf Auftritten. Eigentlich gilt für Maskottchen-Träger die Regel: Es wird nicht gesprochen und nicht offenbart, wer in dem Kostüm steckt. „Es geht darum, die Illusion zu bewahren“, so Uli Richter. Bei kleinen Kindern machen er und Hoog aber eine Ausnahme: „Vor allem, wenn wir merken, dass sie ängstlich wirken. Ich mache einen kleinen Spaß und spiele mit ihnen. Die meisten sind dann so begeistert, dass sie gar nicht mehr vom Arm runter wollen“, erzählt Richter und schwärmt. „Was gibt es also Schöneres, als Maskottchen zu sein. Wir leben das.“

Laga. Foto: Stadt Kamp-Lintfort

Die nächsten Auftritte sind übrigens am heutigen Mittwoch, 17. Juli, 16.30 Uhr, beim nächsten Laga-Countdown auf dem Campus der Hochschule Rhein-Waal und am 20. Juli auf dem Stadtschützenfest in Kamp-Lintfort.

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