Aktionsmeile in Kamp-Lintfort zieht mit neuem Konzept

Älterwerden in Kamp-Lintfort : Neues Konzept lockt Besucher zur Aktionsmeile

Bei „Aktiv und gesund älter werden in Kamp-Lintfort“ präsentierten sich 38 Vereine und Institutionen. Es waren mehr als letztes Jahr.

„Sie kommen gezielt und sehr interessiert“, sagte am Samstag Aline Wybranietz über die Besucher, die zur Aktionsmeile „Aktiv und Gesund älter werden in Kamp-Lintfort“ gekommen waren. „Sie wollen genau wissen, wie die Menschen bei uns im Demenzzentrum Niederrhein leben.“ Die Quartiers- und Projektmanagerin beim Sozialwerk St. Georg Niederrhein gab gerne Auskunft. „Auf einer Aktionsmeile können wir Präsenz zeigen“, erklärte sie und zeigte sich mit der Resonanz zufrieden.

Wie das Demenzzentrum im Gestfeld, in dem 24 Personen wohnen, wollen die meisten anderen Gruppen, Vereine und Institutionen, die sich auf der dritten Aktionsmeile präsentierten, im nächsten Jahr wieder dabei sein. Mit 38 waren es fast doppelt so viele wie bei der zweiten Aktionsmeile und fast viermal so viel wie bei der Premiere vor zwei Jahren, nachdem Anja Oppermann und Eva Dregger vom Quartiersbüro Mitte das Konzept geändert hatten.

Zeitlich legten sie die Aktionsmeile drei Wochen nach vorne, um diese vom Stadtfest zu entkoppeln, das am ersten Wochenende im Oktober von der Werbegemeinschaft organisiert wird. Sie verlegten sie auf den Campus der Hochschule, nachdem die erste im Rathaus und die zweite im Josef-Jeurgens-Haus stattgefunden hatte. Außerdem öffneten sie die Aktionsmeile stärker für Gruppen und Vereine, in denen auch viele Nicht-Senioren aktiv sind. So waren zum ersten Mal die Freien Radler Niederrhein mit einem Stand vertreten. „Die Mitfahrer sind meistens zwischen 55 Jahren und 70 Jahren alt“, erzählte Tourenleiter Ulrich Schwich.

„Wir haben 100 Radler, die bei den verschiedenen Touren mitfahren. Wir kümmern uns auch um die Fahrsicherheit. Am 15. Oktober haben wir ab 14 Uhr ein Pedelec-Training an der Ernst-Reuter-Schule an der Mittelstraße. Die Polizei ist mit einem Fahrsimulator dort. Und an einem Lastwagen können die Radler sich in einen toten Winkel stellen. Das beeindruckt.“ Genauso sind jüngere Personen im Blinden- und Sehbehindertenverein Moers und Umgebung aktiv, der sich ebenfalls das erste Mal auf der Aktionsmeile vorstellte. „Wir haben 65 Mitglieder“, sagte Vorsitzender Heinz-Peter Maas. „Die Hälfte ist stark sehbehindert, die Hälfte blind. Unser Einzugsgebiet reicht bis Xanten. Wir suchen immer neue Mitglieder, gerne jüngere.“

Auch die Hochschule Rhein-Waal war zum ersten Mal vertreten. Studentin Anastasia Gilz zeigte, wie sie bei einem Accessathon im Mai zusammen mit anderen Studenten Prothesen und Sehhilfen entwickelt und produziert hatte. Jüngere könnten genauso wie Ältere Prothesen benötigten, sagte sie. Da gebe es keinen Unterschied.

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