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Ärger über Dauerbaustelle Moerser Straße in Kamp-Lintfort.

Arbeiten in Kamp-Lintfort : Ärger über Dauerbaustelle Moerser Straße

Derzeit laufen an der Moerser Straße stadtauswärts die Kanalsanierung. Die neue Fernwärmeversorgung folgt. Bauende ist Mitte September geplant.

Wenn in der Bäckerei Holland an der Moerser Straße in Kamp-Lintfort keine Brote verkauft werden, Brötchen und Backwaren liegen bleiben, liegt einiges im Argen. „Wir haben haben seit über vier Wochen eine Baustelle vor der Tür. Seit gut einer Woche ist nur noch die Fahrt stadtauswärts möglich. Die Moerser Straße ist einseitig befahrbar“, sagt Günter Vorwerk, Geschäftsführer der Backstube und Konditorei Holland. Über den Produktionsstandort Moerser Straße werden drei weitere Filialen in Kamp-Lintfort und eine in Duisburg versorgt. „Wir verlieren viel Zeit, da wir nur über Umwege zum Betrieb zurückkommen“, so Vorwerk. Dass die Kanalrohre erneuert werden, begrüßt Vorwerk. Schließlich profitierten alle davon. „Ich bemängele, dass wir nicht frühzeitig über den Umfang der Maßnahme informiert wurden“, so der 59-Jährige.

Schließlich wäre dann Zeit gewesen, mit zwölf Mitarbeitenden auch vor Ort besser zu planen. Aktuell habe er dort rund 40 bis 50 Prozent Umsatz eingebüßt, sagt er, die Produktion werde zurückgefahren. „Wir bieten ab 5 Uhr ein Handwerkerfrühstück an. Die Lkw-Fahrer haben sich an unserem Hauptstandort Moerser Straße damit eingedeckt. Der Bereich ist völlig weggefallen, da die Lkw bei uns nicht parken können. Die Empfehlung, es auf dem Netto-Parkplatz zu versuchen, stößt dort nicht auf helle Zustimmung“, weiß Vorwerk.

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Entsprechend die Erfahrung, wenn die Bäckerei palettenweise mit bestellten Zutaten beliefert werden soll. „Zunächst finden die ortsunkundigen Fahrer den Weg nicht zu uns. Sie kreisen ständig und parken entfernt. Unsere Lieferungen werden auf einzelnen Paletten mit dem Hubwagen vom Lkw abgeholt. Neulich schaffte es sogar die Müllabfuhr nicht mehr zu uns“, erzählt Günter Vorwerk, den mittlerweile existenzielle Sorgen planen. „Das holen wir nicht auf. Denn nach der Kanalsanierung erweitern den Stadtwerke das Fernwärmenetz. Das bedeutet, die Straße wird Ende Mai erneut aufgerissen. In einem Brief vom 6. Mai haben wir erfahren, dass die Baumaßnahme bis Mitte September dauern soll.“ Dann wird die Rheinstraße gegenüber der Nordtangente gesperrt. In seinem Ärger versuchte Günter Vorwerk, nach einer verträglichen Regelung mit dem Ordnungsamt im Rathaus nachzufragen. Beispielsweise in Höhe der aufgehobenen Bushaltestelle offiziell und vorübergehend parken zu dürfen. Man habe kein Personal die Parkplätze einzurichten, geschweige denn sie zu kontrollieren, habe er zur Antwort erhalten, berichtet er. Hinzu seien Sicherheitsbedenken gekommen. „Gleichzeitig wird auf der Straße geblitzt. Mir konnte keiner weiterhelfen. Ich musste alles erfragen und fühle mich in meinem Anliegen wenig ernst genommen“, so Vorwerk. „Ich finde es ein Unding, dass derartig wichtige Entscheidungen nicht mit den Anliegern persönlich erörtert werden“, so der Geschäftsmann. Auf RP-Nachfrage im Tiefbauamt bedauerte Bernhard Lefarth die Situation. Der Sachverhalt der städtischen Baumaßnahme sei ihm mit diesen Auswirkungen nicht bekannt. „Die Maßnahme muss durchgeführt werden und sollte Geschäftsleute und Anwohner nicht über Gebühr belasten“, so Lefarth, der nun mit Günter Vorwerk den Kontakt sucht. Ähnlich die Position der Stadtwerke. „Was uns möglich ist, wollen wir regeln“, so Theodor Heming, Technischer Geschäftsführer Fernwärme. „Das heißt, bei unserer Baumaßnahme fertige Straßenabschnitte zur Verkehrsregelung zügig wieder freigeben.“

Fazit: Problem ungelöst