Kamp-Lintfort: Achtung: Die Niederrheinbahn kommt

Kamp-Lintfort : Achtung: Die Niederrheinbahn kommt

Der Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Landtags hat gestern die Reaktivierung der Bahn in den ÖPNV-Bedarfsplan und in den Infrastrukturfinanzierungsplan aufgenommen. Die Freude in Kamp-Lintfort ist groß.

Seit gestern Mittag haben die Kamp-Lintforter Bahnpläne auch eine finanzielle Grundlage. Der Verkehrsausschuss des Landtags hat in seiner Sitzung die Signale für die Niederrheinbahn auf Grün gestellt, indem er die Reaktivierung sowohl in den Bedarfsplan als auch in den Infrastrukturfinanzierungsplan des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) aufgenommen hat. "Wir haben zusammen mit den zuständigen Ministerien, der Bezirksregierung und dem VRR intensiv darauf hingearbeitet", betonte Bürgermeister Christoph Landscheidt auf RP-Anfrage. Der Verkehrsausschuss des Landtages habe sich, wie erhofft, der Kamp-Lintforter Begründung für die Reaktivierung der Niederrheinbahn angeschlossen. "Das ist ein wichtiger Meilenstein", betonte der Bürgermeister gestern. "Kamp-Lintfort erhält seinen Bahnanschluss", vermeldete auch die CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quick, die selbst Mitglied im Verkehrsausschuss ist.

"Nicht nur für die Hochschule Rhein-Waal und die Landesgartenschau, die in zwei Jahren stattfindet, ist die Entscheidung enorm wichtig", erklärte die Landespolitikerin. Kamp-Lintfort sei schließlich die drittgrößte deutsche Stadt ohne Bahnanschluss. Das werde sich nun ändern. Der Verkehrsausschuss hat die Maßnahme als dringlich eingestuft. Erfreut zeigte sich auch Simon Lisken, Vorsitzender von Stadtverband und Fraktion der CDU in Kamp-Lintfort. "Auf diese Entscheidung haben wir lange gewartet", sagte er und fügte hinzu: "Unser Hochschulstandort wird durch diese Anbindung deutlich aufgewertet."

Landtagsabgeordneter René Schneider begrüßte die Entscheidung. "Wunderbar! Eingestielt war es ja schon mit der rot-grünen Landesregierung. Es ist aber ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Bahn zur Landesgartenschau fahren wird." Durch die Reaktivierung der ehemaligen Grubenbahn des Bergwerks West zur Niederrheinbahn wird Kamp-Lintfort künftig eine Schienen-Anbindung an das Oberzentrum Duisburg haben. Sie soll im Bereich des Güterbahnhofes Moers-Rheinkamp von der Bahnstrecke Duisburg-Xanten abzweigen und vor dort aus rund zehn Kilometer in westlicher Richtung bis nach Kamp-Lintfort verlaufen. Geplant ist ein Regelbetrieb zwischen Kamp-Lintfort über Moers nach Duisburg. Wie aus der Vorlage des Verkehrsausschusses hervorgeht, sind vier neue Haltepunkte angedacht: Kamp-Lintfort, Kamp-Lintfort-Süd/Kattenstraße, Moers-Repelen sowie Moers-Eick. Bereits zur Landesgartenschau 2020 ist, wie die RP bereits berichtete, ein Pendelbetrieb in Vorstufe geplant. Laut Vorlage für die gestrige Sitzung des Verkehrsausschusses betragen die Gesamtkosten für den Bahnanschluss Kamp-Lintforts rund 15,48 Millionen Euro.

"Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergab einen Nutzen-Kosten-Indikator von 2,2. Damit ist der volkswirtschaftliche Nutzen belegt", heißt es in der Beschlussvorlage. Die Zuwendung des Landes betrage etwa 12,96 Millionen Euro. Kamp-Lintfort kann jetzt das Vorhaben weiter vorantreiben, die einzelnen Maßnahmen auf den Weg bringen und dabei mit Anträgen für den jeweiligen Bauabschnitt auf die notwendigen Finanzmittel des Landes zurückgreifen. Als eine erste Maßnahme soll laut Bürgermeister Christoph Landscheidt nun eine Infrastrukturgesellschaft gegründet werden.

(RP)
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