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Kamp-Lintfort: Abstrakte Bildwelten in der Galerie Schürmann

Kamp-Lintfort : Abstrakte Bildwelten in der Galerie Schürmann

Galerist Andreas Verfürth präsentiert ab heute Arbeiten von Sabine Ehrle-Niederehe. Titel: "Wie es Euch gefällt."

Mit der Wahl des Titels lockt die Galerie Schürmann die Kunstfreunde ein wenig auf eine falsche Fährte. Mit William Shakespeare haben die Arbeiten von Sabine Ehrle-Niederehe gar nichts zu tun. Der Bezug zum englischen Dramatiker ist zufällig. Die Idee für den Titel "Wie es Euch gefällt" hatte Mitarbeiterin Deike Dowald. "Es handelt sich ja um abstrakte Kunst, zu der jeder seinen eigenen Zugang finden muss. Es ist nur ein Wortspiel." In Sabine Ehrle-Niederehe hat Galerist Andreas Verfürth eine neue Künstlerin gefunden, die er in seinen Räumen an der Moerser Straße 252 dem hiesigen Kunstpublikum präsentieren kann.

Wobei das so nicht ganz stimmt. Die Künstlerin aus Krefeld fand Andreas Verfürth. "Ich habe die Galerie im Internet entdeckt und fand es sehr cool, was Andreas Verfürth hier so macht." Sabine Ehrle-Niederehe bewarb sich initiativ, lud den Galeristen in ihr Atelier ein. Die Krefelder Künstlerin, die sich autodidaktisch der Kunst näherte und hauptberuflich als Zahntechnikerin tätig ist, arbeitet ausschließlich abstrakt.

Das künstlerische Schaffen ist in ihrem Fall ein beständiger, ja dynamischer und oft emotionaler Prozess, in dem die Ursprungsidee von Zufall, Gefühl, Farbe und Material beeinflusst wird. "Es ist ein Dialog und Kampf mit der Leinwand", sagt Sabine Ehrle-Niederehe. Und in diesem Dialog schafft sie Bilder voller Spannung. Sie trägt Farbe auf Farbe auf, kratzt sie mit der Spachtel herunter oder "duscht" sie gleich ganz wieder ab, um neue Farben auf den Untergrund zu bringen. "Es ist so, als würde man den Bildern so ein Geheimnis einhauchen." Das Dahinter wird nur minimal preisgegeben. Durch ihre Arbeitsweise entstehen zugleich krustige und zerklüftete Bildwelten, manche in Grau und Weiß durch feine Drähte festgehalten, andere in sonnigem Gelb, in denen der Beatles-Songtitel "Here comes the sun" durchscheint.

Buchstaben, Zeichen, Symbole tauchen ebenso in vielen Arbeiten der Krefelderin auf. Mal ist es eine römische Ziffer am Kopf des Bildes, mal die Aufforderung: "Think big". "Für mich ist es ein Stilmittel, um Ruhe in die Arbeit zu bringen, und manchmal um mich vom kleinkarierten Denken zu befreien." Sabine Ehrle-Niederehe zeigt außerdem im Schaufenster eines ihrer Graffiti.

Die Ausstellung "Wie es Euch gefällt" wird heute, 20. April, 19 Uhr, eröffnet. Die Arbeiten sind bis zum 26. Mai in der Galerie Schümann zu sehen.

(RP)